2010 bringt für Autofahrer einige Änderungen
Wie in jedem Jahr, so bringt auch der bevorstehende Jahreswechsel wieder diverse Änderungen für die Autofahrer mit sich. Einige treten sofort in Kraft, wie zum Beispiel die Abschaffung der Plakette für die Abgasuntersuchung, und die Verschärfung diverser Umweltzonen, andere sollen im Laufe des Jahres wirksam werden, wie zum Beispiel die Vollstreckung ausländischer Geldbußen ab Herbst. Und 2010 in Angriff genommen werden sollen eine Vereinfachung des Flensburger Punktesystems und der Kfz-Zulassung, berichtet der Automobilclub von Deutschland (AvD).
Ende für die AU-Plaketten
Die bisher eigenständige Abgasuntersuchung (AU) wird zum 1.Januar 2010 in die Hauptuntersuchung (HU) integriert. In Zukunft gibt es für das Bestehen der HU und den Nachweis der vorgeschriebenen Abgaswerte nur noch den runden Aufkleber für das Heckkennzeichen. Somit werden die sechseckigen AU-Plaketten nach rund 25 Jahren überflüssig.
Neue Umweltzonen und Verschärfungen
Zum Jahresbeginn werden sechs neue Umweltzonen eingerichtet – in Bonn, Freiburg, Heidelberg, Münster, Osnabrück und Pfinztal. Zudem werden in Berlin, Bremen, Frankfurt und Hannover die Einfahrbedingungen verschärft und Autos mit roten beziehungsweise gelben Feinstaubplaketten ausgesperrt. Besitzern älterer Dieselfahrzeuge drohen also zunehmend Fahrverbote. Insgesamt gibt es nun in 40 deutschen Städten Umweltzonen.
Weitere Förderung für Dieselpartikelfilter
Besitzer älterer Dieselfahrzeuge können auch 2010 mit einem staatlichen Zuschuss rechnen, wenn sie nachträglich einen Partikelfilter einbauen lassen. Wann das neue Förderprogramm startet, soll allerdings erst im März entschieden werden. Ursprünglich war geplant, die Nachrüstung nur bis zum 31.12.2009 mit 330 Euro in bar zu bezuschussen. Es ist damit zu rechnen, dass die Verlängerung der Förderung auch rückwirkend ab 1. Januar 2010 gelten wird.
Führerschein-Prüfung am PC
Mit dem neuen Jahr wird in Bayern und Baden-Württemberg die theoretische Führerscheinprüfung am Computer eingeführt. Die herkömmlichen Fragebögen haben also ausgedient. Die Systeme mit so genannten Touch-Screens sollen auch für Prüflinge mit wenig PC-Erfahrung einfach zu bedienen sein. Zudem kommt das „Begleitete Fahren ab 17“ auf den Prüfstand. 2010 soll auf Basis der bisher gesammelten Erfahrungen entschieden werden, wie es weitergeht beziehungsweise was verändert werden kann.
Online Kfz-Zulassung
In Zukunft sollen Autobesitzer ihr Fahrzeug bequem von zu Hause aus an- oder abmelden und sich den Gang zur Zulassungsstelle sparen können. Drei Jahre lang wird die Kfz-Zulassung online erprobt – zunächst in Augsburg und Regensburg. Neben Bayern beabsichtigen auch Baden-Württemberg, Berlin, Bremen, Hamburg, Hessen und Nordrhein-Westfalen an dem Testlauf teilzunehmen.
Kennzeichenmitnahme
Hessen ist bereits Vorreiter beim Thema Kennzeichenmitnahme. Bei einem Umzug innerhalb des Bundeslandes können Autofahrer bereits seit November auf Wunsch das Kfz-Kennzeichen ihres 'alten' Wohnortes behalten. Dies ist auch in einigen Regionen Baden-Württembergs und Niedersachsens möglich. Brandenburg will im Frühjahr nachziehen. Andere Länder wie beispielsweise Nordrhein-Westfalen oder Sachsen lehnen die Kennzeichenmitnahme ab und wollen an der bisherigen Regelung festhalten.
„Baustelle“ Punktesystem
Ganz oben auf der Prioritätenliste des Bundesverkehrsministeriums steht die grundlegende Überarbeitung und Vereinfachung des Flensburger Punktesystems. Denn von vielen Verkehrsteilnehmern wird das gegenwärtige Mehrfachtäterpunktsystem nicht mehr durchschaut. So könnten und sollten Autofahrer beispielsweise umgehend benachrichtigt werden, wenn ihr Punktestand sich ändert. Das sollte die präventive Wirkung verstärken und Verkehrssündern bessere Chance einräumen, ihr Verhalten zu ändern.
Europaweite Geldbußenvollstreckung
Im Urlaub gesammelte Knöllchen können bald zu teuren Souvenirs werden. Denn ab Oktober 2010 sollen in Deutschland Bußgelder über 70 Euro aus dem Ausland vollstreckt werden. Unklar ist jedoch, ob beziehungsweise inwieweit auch ältere Strafzettel vollstreckbar sind.
Tempo 100 für Wohnmobile
Für Wohnmobile zwischen 3,5 und 7,5 Tonnen gilt auf Autobahnen und Kraftfahrtstraßen auch weiterhin Tempo 100 (anstatt 80 km/h). Da eine Studie der Bundesanstalt für das Straßenwesen (BASt) belegt, dass die neue Temporegelung für schwere Wohnmobile nicht zu einem Anstieg der Unfallzahlen geführt hat, wird die befristete Ausnahmebestimmung ab 2010 nun zur Regel.
Neue Wohnmobil-Steuerklassen
Darüber hinaus wird sich für Wohnmobile der Schadstoffklasse S1 im kommenden Jahr die Besteuerung ändern. Es muss ein höherer Tarif gezahlt werden, der vom Gesamtgewicht abhängig ist. Hintergrund ist, dass das Kfz-Steuersystem für Wohnmobile 2006 geändert wurde. Bis zum 31.12.2005 wurden Wohnmobile wie PKW besteuert, dann wurde eine eigene Fahrzeugkategorie gebildet. Seitdem richtet sich der Steuersatz nach Gesamtgewicht und Emissionsklasse. In dieses System werden nun auch die S1-Camper überführt.
Vignetten und Maut teurer
Österreich und Tschechien haben die Preise für die Vignetten für die Straßenbenutzung erhöht. Und in Österreich müssen sich Wohnmobil-Reisende auf neue Autobahn-Maut-Sätze einstellen, die unterschiedlich hoch ausfallen. Sie richten sich bei Fahrzeugen über 3,5 Tonnen ab dem 1. Januar nach der Emissionsklasse. Für Besitzer älterer Wohnmobile mit niedrigerer Emissionsklassen wird es teurer und Fahrzeuge ab Emissionsklasse Euro 4 sparen.
UnfallZeitung/Ingo von Dahlern
Grafik: AvD
Von Ivd/UnZe am 29. Dezember 2009, 06:56 Uhr veröffentlicht
Themen: Fahranfänger | Politik | Strafen | Verkehrsrecht
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