81 Prozent sind mangelhaft

Die jüngsten Fahrer fahren die ältesten Autos und bei denen haben vier von fünf erhebliche Sicherheitsmängel

Die jüngsten Autofahrer sind in aller Regel mit den ältesten Autos unterwegs. Denn Neuwagen können sich die wenigsten Fahranfänger leisten. Durchschnittlich 130.000 Kilometer auf dem Tacho und ein Durchschnittsalter von 11,2 Jahren hatten die knapp 16.000 Autos junger Autofahrer in der Altersgruppe bis 25, die ihre Fahrzeuge beim diesjährigen SafetyCheck von Deutscher Verkehrswacht (DVW), Deutschem Verkehrssicherrat (DVR) und der Prüforganisation Dekra in deren Prüfstellen kostenlos auf ihre Verkehrssicherheit haben überprüfen lassen. Das soeben veröffentlichte Ergebnis dieser Aktion ist niederschmetternd. Denn nicht einmal jedes fünfte Auto war in Ordnung. 81 Prozent der Fahrzeuge erhielten die Note mangelhaft und wiesen im Durchschnitt 3,4 Mängel auf.

41 Prozent mit Defekten an den Bremsen

Besorgnis erregend ist dabei, dass es sich dabei keinesfalls nur um geringfügige Mängel handelt, sondern zum beachtlichen Teil um Mängel an für die Sicherheit besonders wichtigen Fahrzeugkomponenten. Denn 41 Prozent der mangelhaften Fahrzeuge hatten Defekte an der Bremsanlage, bei 48 Prozent waren Beleuchtung, Elektrik und Elektronik nicht in Ordnung und sogar 53 Prozent hatten Mängel an Fahrwerk, Reifen oder Karosserie. Mit 35 Prozent gut jedes dritte mangelhafte Fahrzeug zeigte Defizite im Bereich Sicherheit und Umwelt und bei 19 Prozent wurden Sichtprobleme festgestellt.

Gründe: hohes Fahrzeugalter und unzureichende Wartung

Die hohe beim SafetyCheck 2011 ermittelte hohe Mängelquote bei den Fahrzeigen junger Fahrer führt die Prüforganisation Dekra einerseits auf das relativ hohe Fahrzeugalter, andererseits aber auch auf unzureichende Wartung zurück. Bei den bis zu drei Jahre alten Personenwagen wurden bereits bei 37 Prozent Mängel festgestellt. Mehr als doppelt so hoch war die Quote mit 78 Prozent bei den 7- bis 9-jänhrigen Fahrzeugen. Ergebnisse, die es aus Sicht von Sicherheitsexperten unerlässlich machen, insbesondere junge Fahrer für die Risiken technischer Fahrzeugmängel zu sensibilisieren.

Mehr Sicherheitssysteme – aber viele funktionieren nicht

Es gibt aber auch positive Trends. Denn immer mehr der älteren Personenwagen von jungen Fahrern sind inzwischen mit Airbags sowie elektronischen Assistenzsystemen wie ABS und ESP ausgestattet. So verringerte sich der Anteil der Fahrzeuge, die keines dieser drei Sicherheitssysteme an Bord hatten, von 47 Prozent im Jahr 2007 auf inzwischen 24 Prozent. Ein Wermutstropfen ist dabei allerdings, dass sich die Fahrer der so ausgestatteten Autos nicht immer darauf verlassen dürfen, dass diese Systeme im Ernstfall auch einwandfrei funktionieren. Denn 12 Prozent und damit jedes achte ESP/ASR funktionierte beim SafetyCheck ebenso wenig wie auch jeweils drei Prozent der Airbags und der Antiblockiersysteme.

Ingo von Dahlern/UnfallZeitung
Foto: Dekra

Von Ivd/UnZe am 22. Oktober 2011, 09:58 Uhr veröffentlicht
Thema: Sicherheit



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