Airbag für die Hinterbänkler – im Gurt
Neuartiges Sicherheitssystem bei Ford jetzt serienreif
Moderne Autos sind sicher wie nie zuvor. Airbags von allen Seiten, Gurte mit Gurtstraffern und Gurtkraftbegrenzern und vielfach einstellbare und oft auch aktive Kopfstützen halten die Belastungen für die Fahrzeuginsassen bei einem Crash in Grenzen. Das gilt so umfassend allerdings nur für Fahrer und Beifahrer. Denn wer hinten sitzt hat schlechte Karten, wie der ADAC erst jüngst in Crashtests nachwies. Bei meist nur einfachen Gurten, schlichten und kaum einstellbaren Kopfstützen und allenfalls Kopfairbags ist das Verletzungsrisiko auf der Rückbank um ein Vielfaches höher als für die Frontpassagiere. Ein Lösungsansatz für mehr Sicherheit für Hinterbänkler ist ein in die Gurte integrierter Airbag, wie ihn Ford nun erstmals anbietet – vorerst allerdings nur in Nordamerika.
Aktiviert durch Druckluft
Angelegt wird die Kombination aus Sicherheitsgurt und Airbag wie ein normaler Sicherheitsgurt. Statt des üblichen Gurtbands hat er im Brustbereich einen aus zusammengefalteten Stoffbahnen bestehenden schlauchförmigen Airbag, der sich breit über die Brust legt. Und wer genauer auf das Gurtschloss sieht, erkennt, dass sich in ihm ein Luftkanal befindet. Denn im Unterschied zu einem normalen Airbag, der durch eine elektrisch gezündete Treibladung mit lautem Knall aufgeblasen wird, wird der Gurtairbag durch eine Druckluftpatrone aktiviert. Das geschieht vergleichbar leise und unspektakulär mit einem leichten Zischen, wie UnfallZeitung jüngst bei einer Präsentation des neuen Sicherheitssystems praktisch erfahren konnte.
Weniger Belastung – geringeres Verletzungsrisiko
Der Effekt dieses Manövers ist allerdings beachtlich. Denn durch das in nur 40 Millesekunden aufgeblasene Luftkissen wird die Aufprallenergie bei einem Crash um ein Vielfaches besser auf den Oberkörper verteilt als bei einem normalen Gurtband. Und das bedeutet in der Praxis eine deutlich geringere Belastung für den Oberkörper mit entsprechender Minderung des Verletzungsrisikos im Kopf-, Hals- und Brustbereich. Vor allem ältere Passagiere und Kinder profitieren von diesem fortschrittlichen Rückhaltesystem, das nach mehr als einem halben Jahrzehnt intensiver Entwicklungsarbeit in den Vereinigten Staaten nun serienreif ist.
Termin für Europa noch offen
Angeboten wird die neuartige Kombination aus Gurt und Airbag erstmals in der neuen Generation des Ford Explorer. Von 2012 an wird es auch für weitere Modellreihen von Ford und Lincoln verfügbar sein. Und inzwischen wird auch darüber nachgedacht, es künftig auch in Europa einzusetzen. Exakte Termine dafür stehen bislang allerdings noch nicht fest. Aber denkbar wäre es zum Beispiel, dass dieses System mit der nächsten Generation des Mondeo nach Europa kommt, die in zwei Jahren auf den Markt kommen wird.
Ingo von Dahlern/UnfallZeitung
Fotos: Unfallzeitung.de -Ford
Von Ivd/UnZe am 02. August 2011, 14:15 Uhr veröffentlicht
Zuletzt bearbeitet am 02. August 2011, 14:34 Uhr
Themen: Hersteller | Sicherheit
Themen:
Alle Themen (471)Hinweis: Kombinieren Sie mehrere Themen miteinander, um nur Artikel anzuzeigen, die allen gewählten Themen entsprechen (Schnittmengen).
RSS Artikel
RSS Wissenswert
Ein Transporterwerk mit wechselha...
Verpflichtende Gesundheitsüberprü...
Kennen Sie wirklich noch alle Ver...
Kinder nehmen den Straßenverkehr ...
Das Reifenlabel kommt: Etwas mehr...
EU: Die Verkehrssicherheit ist i...
Unfallaufnahme und Unfallskizze
Das VW-Urteil des BGH und seine F...
Klartext zur so genannten "Winter...
Versicherungen drücken die Repara...
Schadensabwicklung: Wissen ist Ma...
Wohin steuert die Schadenssteueru...
Spektakulärer Test bestätigt Taug...
Zwei einfache Grundregeln für den...
Katastrophe am Bahnübergang
Zweiter Crashtest mit Pedalverste...
Erster Crashtest ohne Pedalverste...
Kippen auf Französisch






