Attraktive Sicherheitssysteme im Citroen DS4.

Vieles leider nur Option für die Spitzenmodelle – Umdenken nötig

Ein aufregendes Design, eine exklusive Ausstattung und ein exzellentes Fahrgefühl – das macht aus dem vergleichsweise biederen Citroen C3 eine ganz neue Art von Auto. Dem Publikum gefällt das offensichtlich, denn der vor gut einem Jahr eingeführte „andere“ C3 mit dem Namen DS3 entwickelte sich binnen kürzester Zeit zum Bestseller.Und vieles spricht dafür, dass sich das wiederholt, wenn nun neben den C4 der DS4 tritt. Wenn dann im Herbst mit dem DS5 die Nummer drei der DS-Linie auf den Markt kommt, hat es Citroen geschafft, sein bisheriges Angebot durch eine zweite Modelllinie mit betont individueller Note zu ergänzen. Das sind Autos, die offensichtlich das Potenzial haben, viele neue und auch junge Kunden für die Marke mit dem Doppelwinkel zu begeistern, deren DS-Modelle auch einige neue Akzente bei der Sicherheitsausstattung setzen.

Neue Fahrerassistenzsysteme


Konkret bedeutet das nicht nur straffere Federn, etwas härter eingestellte Stoßdämpfer und verstärkte Stabilisatoren, die die zum Teil kraftvoll motorisierten DS-Modelle sicher beherrschbar machen, sondern auch eine für präzisen Fahrbahnkontakt sorgende Lenkung und verstärkte Bremsen. Um wichtige Elemente erweitert präsentieren sich zudem die bei den DS-Modellen verfügbaren Fahrerassistenzsysteme, wie ein Blick in die Ausstattungslisten des neuen DS4 bestätigt, der seit Ende Mai auf dem Markt ist.

Intelligente Traktionskontrolle


Über ABS mit Bremsassistent und die Fahrdynamikregelung ESP muss man heute nicht mehr reden, denn das gehört bei allen neuen Modellen in der EU bereits zur Serienausstattung. Das gilt allerdings nicht für die beim DS4 zum ESP gehörende „Intelligente Traktionskontrolle“ (Intelligent Traction Control), die insbesondere bei schlechten Wetterbedingungen sehr hilfreich sein kann. Ständig im Standby-Modus funktioniert sie autonom und unterstützt den Fahrer vor allem auf verschneiten oder vereisten Straßen, indem sie bei durchdrehenden Antriebsrädern deren Schlupf kontrolliert und so in den meisten Fällen eine Fortsetzung der Fahrt erlaubt, in denen man früher stecken blieb. Besonders wirksam ist dieses System in der Kombination mit Winterreifen.

Toter-Winkel-Assistent

Hilfreich zu allen Jahreszeiten ist der „Toter-Winkel-Assistent“ im neuen DS4. Denn mit Hilfe der Signale von Sensoren an den vier Fahrzeugecken informiert dieses System den Fahrzeuglenker über Fahrzeuge wie Autos, Motorräder und Fahrräder, die sich für ihn unsichtbar im „toten Winkel“ befinden – also bis zu fünf Meter hinter dem hinteren Stoßfänger und bis zu 3,5 Meter seitlich zum Fahrzeug. Dass dort „etwas ist“, wird ihm durch eine im Spiegelglas des jeweiligen Außenspiegels aufleuchtende orangefarbene Diode angezeigt. Diese Funktion muss allerdings durch eine Taste am Armaturenbrett aktiviert werden.

Der Parklückendetektor

Signale der für den „Toter-Winkel-Assistenen“ aktiven Sensoren verarbeitet auch der Parklückendetektor. Der zeigt dem Fahrer schnell, ob eine am Straßenrand entdeckte Parklücke groß genug für den DS4 ist. Dafür muss man das System mit einem Knopf am Lenkrad aktivieren, den Blinker auf der Seite der Parklücke betätigen und dann mit weniger als Tempo 30 an der Lücke vorbeifahren. Daraufhin zeigt das System entweder an „Parken möglich“, „Parken schwierig“ (wenn der verfügbare Platz zwischen 40 und 70 cm länger als der Citroën DS4 ist) oder „Parken nicht empfohlen“ (wenn die Parklücke weniger als 40 cm länger als der Citroën DS4 ist).

AFIL-Spurassistent erkennt Ermüdung


Wichtige Hinweise auf eine Ermüdung des Fahrers und damit einhergehende Konzentrationsmängel liefert der AFIL-Spurassistent. Denn mit seinen Infrarotsensoren im vorderen Stoßfänger tastet der Spurassistent die durchgezogenen und unterbrochenen Linien der Fahrbahnmarkierung ab. Erkennt das System, dass das Fahrzeug seine Spur verlässt, ohne dass der Blinker zum Spurwechsel betätigt wurde, dann werden zwei im Fahrersitz eingebaute Vibrationserzeuger aktiviert. Dabei wird das System stets auf der Seite des Sitze aktiviert, zu der hin das Fahrzeug ausweicht. Das ab Tempo 80 aktive System kann allerdings deaktiviert werden.

Die Berganfahrhilfe


Beim Anfahren auf Steigungen sorgt die Berganfahrhilfe, die für alle Citroen-Modell verfügbar ist, für Erleichterung. Denn man muss nicht mehr mit der Handbremse aktiv werden. Sobald das Bremspedal gelöst wird, wird das Fahrzeug am Hang für einige Sekunden automatisch gehalten, so dass man ausreichend Zeit hat, den Fuß aufs Gaspedal zu setzen und anzufahren oder weiterzufahren.

Programmierbarer Geschwindigkeitsregler

Der Geschwindigkeitsregler und –begrenzer im DS4 kann mehr als ein traditionelles Gerät. Denn je nach Version lassen sich über den Bordcomputer oder das Autoradio fünf verschiedene Geschwindigkeiten programmieren. die an die Fahrgewohnheiten des Fahrers, aber auch an die geltenden Geschwindigkeitsbegrenzungen angepasst sind. Das bietet dem Fahrer die Möglichkeit, sich besser auf das Fahren zu konzentrieren.

Abbiegelicht und mitlenkende Bi-Xenon Scheinwerfer

Hilfreich beim Fahren in der Dunkelheit sind schließlich auch Nebelscheinwerfer mit statischem Abbiegelicht. Denn damit kann man rechts und links um bis zu 75 Grad in die Ecken blicken, was zum Beispiel auf unbeleuchteten Kreuzungen ebenso wie in unbeleuchteten Parkhäusern klar erkennen lässt, wohin man fährt. Und einen Gewinn für die Sicherheit bringen auch die für den DS4 verfügbaren mitlenkenden Bi-Xenon-Scheinwerfer. Das gilt zum einen für ihr dem Tageslicht sehr ähnliches und zugleich sehr intensives Licht und zum anderen für das bei Kurvenfahrt mitlenkende Lichtbündel mit einem Einschlagwinkel von bis zu 15 Grad – und zwar sowohl beim Abblend- als auch beim Fernlicht.

Die Schaltpunktanzeige


Für fast alle Fahrzeuge mit Schaltgetriebe bietet Citroen schließlich noch eine Schaltpunktanzeige an. Gerade ältere Fahrzeuglenker sind immer wieder überrascht, wie früh man moderne Motoren mit hohem Drehmoment bei niedrigen Drehzahlen bereits in höheren Gängen fahren kann, ohne sie damit zu „quälen“. Und wer die Empfehlungen des Systems nutzt, wird mit deutlich messbaren Einsparungen beim Spritverbrauch belohnt.

Reifendrucküberwachung


Beobachtet man Autofahrer beim Tanken, dann erkennt man schnell, dass die wenigsten einen Stopp an der Zapfsäule auch für eine kurze Kontrolle des Reifendrucks nutzen. Und so fahren leider viel zu viele Fahrzeuge mit zu niedrigem Reifendruck. Das gefährdet nicht nur die Fahrsicherheit, sondern erhöht zugleich den Reifenverschleiß und macht sich so auch im Portemonnaie bemerkbar. Wo der Mensch versagt, greift die Reifendrucküberwachung ein, die Druckverluste ab 0,3 Bar an einem der Reifen optisch und akustisch anzeigt und bei gefährlichen Druckverlusten von 0,6 Bar die Kontrollleuchte „Stopp“ aktiviert.

Navi informiert über Tempolimits


Teure und dazu noch schlechte Porträtfotos und gegebenenfalls auch Punkte in Flensburg oder sogar Fahrverbote handelt sich ein, wer auf mit festen oder mobilen Blitzern bestückten Straßen zu flott unterwegs ist. Ähnlich sind die Folgen wo gelasert wird, auch wenn es dort keine Bilder gibt. Den zu kraftvollen Tritt aufs Gaspedal bei Geschwindigkeitsbegrenzungen verhindern kann das für den DS4 verfügbare Navigationssystem eMyWay. Denn das hat auf seiner 30 GB-Festplatte unter anderem auch Informationen über die auf den befahrenen Strecken zulässigen Höchstgeschwindigkeiten gespeichert.

„Citroen eTouch“ holt Hilfe


Abgerundet und zukunftsweisend ergänzt wird die Sicherheitsausstattung beim DS4 durch „Citroen eTouch“. Das ist ein Bündel aus vier Serviceleistungen, zu denen neben dem lokalisierten Notruf und dem lokalisierten Pannenhilferuf auch das Citroen EcoDriving und die Information über fällige Wartungsarbeiten gehören. Das alles verlangt eine detaillierte eigene Darstellung, so dass UnfallZeitung „Citroen eTouch“ ein eigenes Kapitel (Link zum Artikel: Notruf stets aktiv – ein Autoleben lang) widmet.

Die elektrische Parkbremse


Das allerdings nicht ohne einen abschließenden kurzen Hinweis auf ein durchaus interessantes Komfortdetail. Das ist die für den DS4 verfügbare elektrische Parkbremse. Sie arbeitet vollautomatisch und aktiviert sich automatisch beim Ausschalten der Zündung. Ebenso automatisch löst sie sich beim Starten des Fahrzeugs, sobald ein leichtes Motordrehmoment auf die Antriebsräder ausgeübt wird. Der Fahrer hat darüber hinaus die Möglichkeit, die elektrische Parkbremse von Hand über eine Taste an der Mittelkonsole einzustellen.

Fazit der UnfallZeitung:

Mit seinen Fahrerassistenzsystemen und seiner Sicherheits- und Komfortausstattung geht der Citroen DS4 in einigen Punkten deutlich über das in seiner Fahrzeugklasse normale Angebot hinaus. Doch leider sind Spurassistent, Toter-Winkel-Assistent, Parklückendetektor, mitlenkende Scheinwerfer oder Reifendruckkontrolle meist nur als Option für die Spitzenmodelle verfügbar. Wer dagegen ein Basismodell des DS4 entsprechend ausrüsten möchte, hat keine Chance. Und damit werden für eine Modelllinie, die sich bewusst durch eine Vielzahl von Individualisierungsmöglichkeiten auszeichnet, im Bereich Sicherheitsausstattung insbesondere dort, wo zusätzliche Funktionen mit relativ überschaubarem Aufwand realisierbar sind, nicht die richtigen Akzente gesetzt.

Ingo von Dahlern/UnfallZeitung
Fotos: Citroen

Von Ivd/UnZe am 09. Juni 2011, 21:22 Uhr veröffentlicht
Themen: Hersteller | Sicherheit



Themen:

Alle Themen (471)

Hinweis: Kombinieren Sie mehrere Themen miteinander, um nur Artikel anzuzeigen, die allen gewählten Themen entsprechen (Schnittmengen).


RSS

RSS Artikel
RSS Wissenswert



Unsere Partner:
VKSZentrales Nerven System - Hannelore Kohl Stiftung
MOTOR-TALK.de
VdVKA
Verein für Fahrzeugsicherheit Berlin e.V.
classic-car-tax