Carbon für leichte und flexible Kinderrollstühle

Mobilität ist ein entscheidendes Element in der Entwicklung jedes Kindes. Das gilt selbst dann, wenn deren Mobilität dadurch extrem eingeschränkt wird, dass sie im Rollstuhl sitzen. Und so hat es sich der seit 1985 in Rendsburg unter dem Leitspruch „Mobilität ist Lebensfreude“ tätige norddeutsche Orthopädietechnik- und Reha-Spezialist motion-Center Holger Otto GmbH zur besonderen Aufgabe gemacht, mit dem Bau von kleinen, leichten und sehr wendigen Rollstühlen Kinder bei der Entwicklung ihrer Mobilität bestmöglich zu unterstützen und zu fördern.

Mitwachsender Kinderrollstuhl

Als ganz besonderes Projekt in diesem Rahmen hat sich das Unternehmen das Ziel gesetzt, einen mitwachsenden Kinderrollstuhl zu entwickeln, der optimal an die aktuellen Bewegungsbedürfnisse der jungen Rollstuhlfahrer angepasst werden kann. „moRo inCa“ oder „motion-center Rollstuihl in Carbon“ nennt sich dieses Projekt, das vom Land Schleswig-Holstein im Rahmen der Programms „Betriebliche Forschung, Entwicklung und Innovation“ gefördert wird.

Zu schwer, zu starr, zu unflexibel

Bisherige Rollstühle speziell für Kinder sind nach Erfahrungen von Holger Otto zu schwer, zu starr und zu unflexibel im Gebrauch. Darüber hinaus erlauben sie mit ihrer starren Rohr-Rahmen-Konstruktion keine optimale Anpassung an den therapeutischen Bewegungsablauf der jungen Fahrerinnen und Fahrer. Da Verstellmöglichkeiten, gute Leichtlaufeigenschaften und optimale Anpassung bei einem Kinderrollstuhl besonders wichtig sind, setzt Holger Ottos Unternehmen bei seinem mitwachsenden Kinderrollstuhl auf einen Aufbau aus verschiedenen Modulen, um so den korrekten Bewegungsablauf der jungen Rollstuhlfahrer therapeutisch optimal zu unterstützen.

Aus dem Hightech-Werkstoff Carbonfaser


Gebaut wird diese rahmenlose selbsttragende Rollstuhl aus dem in der Raumfahrt und im Rennsport bewährten Hightech-Werkstoff Carbonfasern, der sich durch niedriges Gewicht, große Stabilität und hohe Widerstandsfähigkeit auszeichnet. Und dank der Förderung durch die Wirtschaftsförderung und Technologietransfer Schleswig-Holstein GmbH, erhält der norddeutsche Orthopädietechniker die Chance, seine führende Position auf dem Gebiet Kinderhilfsmittel in Norddeutschland auszubauen und zu festigen.
[b]

Fazit der UnfallZeitung

Absolut zuverlässige Angaben darüber, wie viele Deutsche auf einen Rollstuhl angewiesen sind, gibt es zwar nicht. Aber recht zuverlässige Schätzungen gehen davon aus, dass rund 1,56 Millionen Menschen bei uns im Lande zeitweise oder ständig auf den Rollstuhl angewiesen sind. Und da der Anteil der Schwerbehinderten unter 18 Jahren rund 2,3 Prozent der rund 6,9 Millionen Schwerbehinderten in Deutschland ausmacht, dürfte sich darunter eine beachtliche fünfstellige Zahl junger Rollstuhlfahrer ergeben, für die Entwicklungen wie der innovative Rollstuhl aus Rendsburg spürbare Vorteile bei der individuellen Mobilitätsentwicklung schaffen.


(UnfallZeitung/Ingo von Dahlern)
Fotos:
©Holger Otto GmbH
© fotoman_65 - Fotolia.com
© Varina Patel - Fotolia.com
© Gina Sanders - Fotolia.com

Von Ivd/UnZe am 21. Mai 2010, 14:42 Uhr veröffentlicht
Zuletzt bearbeitet am 22. Mai 2010, 13:39 Uhr
Themen: Behindertenmobilität | Technik



Themen:

Alle Themen (471)

Hinweis: Kombinieren Sie mehrere Themen miteinander, um nur Artikel anzuzeigen, die allen gewählten Themen entsprechen (Schnittmengen).


RSS

RSS Artikel
RSS Wissenswert



Unsere Partner:
VKSZentrales Nerven System - Hannelore Kohl Stiftung
MOTOR-TALK.de
VdVKA
Verein für Fahrzeugsicherheit Berlin e.V.
classic-car-tax