E10 – Eine Zwangsbeglückung

Kraftstoff mit Nebenwirkungen

E10 muss an jeder Tankstelle angeboten werden - so verfügten es die EU und Vater Staat. Die Folgen der Verwendung des neuen Kraftstoffs sind weitgehend unklar. Die Verbraucher fühlen sich zu Recht wie gemaßregelte Kinder, denen der Vater eine umfassende Erklärung schuldig geblieben ist.


Mehr Fragen als Antworten

E10 ist zu einem heiß diskutierten Thema geworden. Dabei wollen Autofahrer weder diskutieren noch einen Beipackzettel über mögliche Nebenwirkungen durchlesen müssen, bevor sie tanken. Sie wollen einfach nur einen Kraftstoff haben, dessen Eigenschaften nicht erst in der Praxis und vor allem nicht zu ihrem Schaden erkundet werden sollen. Füttert man die Suchmaschine Google unter der Auswahl „News“ mit der Frage, was es an Nachrichten zu E10 gibt, bekommt man eine nicht enden wollende Liste von Artikeln, die die allgemeine Verunsicherung erst richtig deutlich machen. Auch die Unfallzeitung und ich in meiner Eigenschaft als Pressesprecher des Verbands der KFZ- Sachverständigen VKS e.V. werden bombardiert mit Anfragen: Wie wirkt sich denn nun E10 auf den Motor aus? Die Antwort der Experten lautet in den meisten Fällen: Keine Ahnung ...


„Würden Sie E10 tanken?“

So lautet die zweithäufigste Frage der Anrufer. Meine Antwort ist „Nein“ – denn mir liegen zu wenig Informationen vor, um mir ein auch für andere Autofahrer zuverlässiges Urteil bilden zu können. Die Liste der Deutschen Automobil Treuhand GmbH (DAT) führt zwar die vom Hersteller für E10 bislang freigegebenen Modelle an – allerdings mit dem kleingedruckten Zusatz, dass man sich im Zweifelsfall an eine bestimmte Hotline-Nummer wenden sollte. Und Zweifel sind durchaus angebracht. Wie ich gerade lese, wird Daimler und BMW neue Tests durchführen, um zu prüfen, ob die Verwendung von E10 einen häufigeren Ölwechsel notwendig macht. Und das Ergebnis eines noch nicht durchgeführten Tests kann mir keine Hotline der Welt weitergeben, vorausgesetzt, man kommt bei der Hotline an einen Ansprechpartner. Mir ist nach einer Stunde in der Warteschleife die Geduld ausgegangen.


Wer hat den Schwarzen Peter?

Die Konsumenten tun das einzig Vernünftige: Sie stimmen an der Zapfsäule ab, indem sie weiter den Kraftstoff tanken, den sie bislang getankt haben. Das geht erstmal auch gut – mal sehen, ob die erste Teuerungswelle rechtzeitig zum Osterverkehr eintrifft, weil der Superkraftstoff knapp wird?
Die Zuständigen schieben sich den Schwarzen Peter gegenseitig zu, statt einzugestehen: Die gesamte Politik bis hin zu den EU-Zuständigen ist schuld daran, dass aus der Kopfgeburt E10 ein gesamtwirtschaftliches Desaster zu Schaden der Konsumenten entstanden ist.
Foto:
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Von RobGal am 06. März 2011, 12:28 Uhr veröffentlicht
Zuletzt bearbeitet am 07. März 2011, 14:04 Uhr
Thema: Politik



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