Hetzjagd auf Toyota

Unseriöse Übertreibungen sind das tägliche Brot der Medien

Neid und Missgunst sind schnell entfacht, wenn jemand Erfolg hat. Das gilt für Automarken und –hersteller genauso wie für Personen. Toyota hat eine steile Karriere hinter und wohl auch noch vor sich sich, denn das Unternehmen verkauft noch immer weltweit die meisten Fahrzeuge, mit General Motors und Volkswagen an zweiter und dritter Stelle. Umso schärfer und unappetitlicher die Attacken, die die Medien aus Sensationsgier unermüdlich betreiben. Zum Glück interessieren sich Konsumenten auch für die Fakten.


Die Zahlen sprechen für sich - und für Toyota

Nicht nur die Verkaufszahlen sondern auch die Pannenstatistik zeigt ein äußerst positives Bild von Toyota. Am Straßenrand liegen gebliebene Autos sind nämlich keine gute Reklame für eine Automarke. Vom ADAC registrierte Pannen sind noch schädlicher fürs Image, zumal sie direkt in die Pannenstatistik einfließen. Wird ein Schaden durch die herstellereigene Pannenflotte – wie sie BMW und Mercedes betreiben – behoben, fließen diese Pannen nicht in die Statistik ein.

Rückruf-Aktionen: Sturm im Medien-Wasserglas

Rückruf-Aktionen gibt es bei jedem Hersteller. Auch bei Toyota, schon lange bevor die Medien sich gierig darauf gestürzt haben. Montagsautos gibt es überall, und wenn die Konsumenten hochentwickelte Technik wollen und brauchen, müssen sie ab und an auch mit technischen Problemen rechnen. Lässt man die nüchternen Zahlen sprechen, sieht man wieder, wie wenig die Tatsachen mit der medialen Hetzjagd zu tun haben. Hier die Zahlen des Kraftfahrt-Bundesamtes betreffend die Rückruf-Aktionen diverser Hersteller in den vergangenen 5 Jahren:


Quelle KBA

Kein alltägliches Ereignis ist unbedeutend genug, um daraus nicht die neueste mediale Hinrichtung inszenieren zu können. Der jüngste Defekt trat weltweit insgesamt nur 117 Male auf und kein einziger Kunde in Europa war davon betroffen. Dennoch rief Toyota sicherheitshalber 1,7 Millionen Autos zurück und prompt haben sich die Medien an der Marke festgebissen, um ihr eigenes und der Leser tägliches Bedürfnis nach Skandalen und Skandälchen zu befriedigen.

Wie es sich jetzt herausstellte, war die Ursache der Toyota-Rückrufaktion 2009/2010 tatsächlich mechanischer Natur. Die unkontrollierbare Beschleunigung der Wagen erfolgte tatsächlich wegen nicht rutschfester Fußmatten und klemmender Gaspedale, wie zuerst vermutet wurde. Die von der US-Regierung geforderte Untersuchung der NASA hat den schwer wiegenden Vorwurf, elektromagnetische Störungen im Wagen verursachten die unwillkürliche Beschleunigung, endgültig und stichhaltig entkräftet. So traurig es ist, dass Opfer zu beklagen sind, bleibt festzuhalten: Unsere Technikabhängigkeit hindert uns daran, bei derartigen Vorgängen Geistesgegenwart zu beweisen und die Kontrolle über den Wagen zu behalten.

Fazit der Unfallzeitung
Nein, der Schreiber dieser Zeilen fährt kein Auto von Toyota und steht natürlich auch nicht auf der Gehaltsliste des Herstellers. Aber die UnfallZeitung findet die Hetzkampagne gegen den Marktführer unseriös und ärgerlich. Wenn Autofahrer innovative Technik erwarten, sind Pannen unvermeidlich, um die Entwicklung voranzutreiben. Kein Hersteller ist vor derartigen Pannen gefeit. Selbst das unter Laborbedingungen sorgfältig entwickelte Hubble-Weltraumteleskop litt bei seinem ersten Einsatz unter fortgeschrittener Sehschwäche. Erst die Weiterentwicklung brachte die geplante präzise Funktion.

Von RobGal am 08. Februar 2011, 14:17 Uhr veröffentlicht
Themen: Hersteller | Technik



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