Karosserieschäden zeitgemäß reparieren

Intelligente Technik hilft auch bei starker Verformung

Wenn Dellen in der Karosserie durch Dellendrücken repariert werden, enfällt das nachfolgende Lackieren. Mit dem Miracle-System kann man heute auch große Dellen ohne Eingriff in das Karosseriegefüge wieder instandsetzen.

Der Stand der Technik früher
Wenn es mehrere Reparaturmöglichkeiten gibt, muss diejenige gewählt werden, die den kleinsten Aufwand erfordert. Das trifft meistens für Methoden zu, die dem modernsten Stand der Technik entsprechen. Es gibt ein Urteil aus dem Jahr 2003, in dem sich das Oberlandesgericht Karlsruhe über die lackschadensfreie Ausbeultechnik mittels Druckstangen entschieden hat. Im Urteil unter dem Aktenzeichen 19 U 57/03 steht:

Führt die „lackschadenfreie Ausbeultechnik bei Hagel-/Kastanien- und Parkbeulen“ bei einem Kraftfahrzeug zur Naturalrestitution, besteht jedenfalls dann kein Anspruch auf die Kosten der herkömmlichen Ausbeulung mit nachfolgender Lackierung gemäß dem Kostenvoranschlag einer Fachwerkstatt, wenn diese auch die Ausbeultechnik anbietet.


Aus der Juristensprache übersetzt: Wenn die Werkstatt auch das modernere Dellendrücken ohne nachfolgende Lackierung anbietet, kommt das herkömmliche Ausbeulen mit nachfolgender Lackierung als Reparaturmethode nicht in Frage, weil das Dellendrücken weniger aufwändig ist. Dem oben zitierten Urteil ging eine Streitigkeit voraus. Es ging dabei darum, dass Anbieten noch lange kein Können garantiert. Wenn die Werkstatt die Methode anbietet, kann man nicht automatisch davon ausgehen, dass sie sie auch beherrscht. Das Dellendrücken entstand ursprünglich bei den Herstellern, die bei der Fertigung entstandene kleine Rempler mit dieser Methode wieder verschwinden ließen.


Das Miracle-System heute


Das Miracle-System ist heute genauso revolutionär wie das Dellendrücken damals. Mit dieser Methode verschwinden sogar sehr große Beulen mit schweren Verformungen in der Seitenwand. Früher musste man derart deformierte Bauteile komplett ersetzen. Dass bei der Miracle-Methode viel Zeit gespart wird, leuchtet ein. Die Zeiten für Aus- und Einbau entfallen und die hinter dem Bauteil verbaute Elektronik bleibt auch verschont. Auch verschweißte oder verklebte Anbauteile lassen sich durch das System kostengünstig reparieren.


Bei der Miracle-Methode werden kleine Metallplättchen (so genannte Bits) entlang der gesamten Schadensfläche angebracht. Jedes der Plättchen hat eine Öse, durch die eine Stange gezogen wird. Mit Hilfe eines Zuggeräts wird wohldosierte Zugkraft auf die Beule ausgeübt, so dass die Karosserie schonend und exakt wieder rückverformt werden kann.

Mit einer weiteren Komponente des Miracle-Systems lassen sich auch an doppelwandige Alu-Anbauteile wie Hauben, Heckteile und Seitenwände wieder instand setzen. Daran war früher nicht zu denken. Die Firma Carbon hat zusammen mit Audi ein neuartiges Klebeverfahren mit entsprechenden Alu-Pats entwickelt, die die oben vorgestellte Rückverformung auch bei doppelwandigen Aluteilen ermöglichen.

Die Zeitersparnis bei der Miracle-Methode ist enorm. Aus-, Um- und Einbauarbeiten fallen komplett weg, so dass bis zu 60% der früher notwendigen Reparaturzeit eingespart werden kann.


Fazit der Unfallzeitung
Im gesamten Bundesgebiet setzen schon 700 Firmen die Miracle-Methode ein. Werkstätten sollten keine Arbeiten an Fremdfirmen verteilen sondern möglichst alle Reparaturen aus einer Hand anbieten. Dazu gehören nicht nur Glasreparaturen und Lackierarbeiten sondern auch die Möglichkeit, Großdellen zeitsparend und kostengünstig reparieren zu können.

Fotos: Firma Carbon

Von RobGal am 03. April 2010, 15:38 Uhr veröffentlicht
Zuletzt bearbeitet am 14. April 2010, 17:06 Uhr
Themen: Reparatur | Technik | Werkstatt



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