Mazda 6 Kombi 2,2D AWD Sports-Line: Endlich mit Allrad

Eindrucksvolle Coupé-Linie | Deutlich verbesserter Fahrkomfort | Viel Platz und tolle Ausstattung

„Das ist ein schöner Wagen.“ Der Kb-Autotester wird nicht häufig von Passanten auf seinen fahrbaren Untersatz angesprochen. Beim neuen Mazda 6 Kombi 2,2D AWD Sports-Line aber passierte genau dies.

Fast senkrecht im Fahrtwind steht der mit einer markanten Chromspange und sechs grauen horizontalen Streben geschmückte Kühlergrill. Dessen Dreidimensionalität verleiht dem stattlichen Mittelklassekombi einen kraftvollen Gesichtsausdruck. Die rubinrote Sonderlackierung unseres Testwagens kostet zwar laut Preisliste stattliche 750 Euro extra, steht dem Japaner aber überaus gut. Das finden übrigens auch die Kunden, von denen in Deutschland laut Hersteller mehr als 20 Prozent diese Farbe wählen.



Erstmals in der Mazda-6-Baureihe ist Allradantrieb zu haben, der aber ausschließlich dem Kombi vorbehalten ist. 27 Sensoren überwachen die Straßen- und Fahrbahnbedingungen, eine elektronisch angesteuerte Lamellenkupplung regelt die Momentenverteilung von 100:0 bis 50:50 zwischen Vorder- und Hinterachse. Der Mehrpreis von 2.000 Euro für den Allradantrieb ist eine sinnvolle Investition, denn das Flaggschiff der Fernost-Marke bietet so ein neutrales Fahrverhalten und sauberen Grip auch auf nassem oder schmierigem Untergrund. So spurte der Mazda 6 Kombi AWD eindrucksvoll die völlig vermatschte Zufahrt zu einer tief im Wald gelegenen Hütte. Auf kurvenreichen Straßen legte er sogar eine sportliche Note auf den Asphalt.



Aus dem Vorgänger bekannt ist der 175 PS starke Vierzylinder-Turbodieselmotor. Die Japaner beließen es zudem beim knapp 2,2 Liter großen Hubraum des Direkteinspritzers und schlossen sich dem vielerorts zu beobachtenden Trend zu dessen Verkleinerung nicht an. Seinen Charakter leugnet der Selbstzünder nicht, er ist aber trotz seines besonders unter Last hörbaren Knurrens kein Raubein. Die serienmäßige Sechsstufenautomatik wechselt die Gänge sanft, reagierte während unseres Tests interessanterweise aber beim Kaltstart reichlich träge. Gut getan hat dem Mazda 6 Kombi die komplett neue Federung, die den Fahrkomfort spürbar verbesserte: Wo das Aushängeschild der Marke früher schon einmal als Schlaglochsuchgerät auffiel, nimmt der Japaner jetzt auch hoppeligen Buckelpisten ihren Schrecken.



Auch wenn es auf den ersten Blick nicht den Anschein macht, ist der 4,81 Meter lange Mazda 6 Kombi um 6,5 Zentimeter kürzer als die Limousine der Topbaureihe aus Hiroshima. Dennoch bietet der Lastenträger sehr ordentliche Platzverhältnisse für die Passagiere. Lediglich der hintere Mittelsitz ist wenig langstreckentauglich ausgefallen, weil zu schmal und reichlich unbequem.

Obwohl die Linienführung für einen Kombi eine erstaunlich sportliche Coupé-Form aufweist, was offenbar dem eingangs erwähnten Passanten besonders gefiel, muss sich der Sechser aus dem Land der aufgehenden Sonne bei einem Stauraum zwischen 522 und 1.648 Litern keineswegs schamvoll verstecken. Besonders praktisch ist die an die Heckklappe angeklipste Laderaumabdeckung. Sie schwenkt beim Öffnen des hinteren Portals mit und braucht nicht extra auf- oder zugeschoben werden. Zur Variabilität des Gepäckabteils trägt die im Verhältnis 60:40 geteilte Rücksitzlehne bei. Da sich bei deren Umklappen allerdings die Sitzflächen der Fondbank nicht absenken, entsteht ein leicht schräger Ladeboden. Weshalb beim Auslösen des Klappmechanismus vom Kofferraum aus die breitere Lehne erst dann nach vorn fällt, wenn das schmalere Teil bereits flachliegt, bleibt wohl das Geheimnis der Söhne Nippons.



Weniger geheimnisvoll liest sich dagegen die lange Liste der besonders reichhaltig bestückten Topausstattungslinie Sports-Line. Sie reicht von LED-Scheinwerfern mit nützlicher Fernlichtautomatik über eine Rückfahrkamera, welche die Parkpiepser optisch unterstützt, bis zum Head-up- Display, diversen elektronischen Heinzelmännchen und zur stattliche elf Lautsprecher umfassenden Soundanlage. Ebenfalls aufpreisfrei ist ein Navigationsgerät, an dessen Kartendarstellung die Ingenieure allerdings noch etwas arbeiten sollten.



Im Detail: Mazda 6 Kombi 2,2D Sports-Line

Fahrzeugsegment: Kombi der Mittelklasse;
Motor: Vierzylinder-Turbodiesel mit Common-Rail- Direkteinspritzung und 16 Ventilen;
Hubraum: 2.191 ccm;
Leistung: 175 PS/129 kW bei 4.500 U/min.;
Maximales Drehmoment: 420 Nm bei 2.000 U/min.;
Übersetzung: Sechsstufenautomatik;
Beschleunigung 0 bis 100 km/h: 9,1 sec.,
Höchstgeschwindigkeit: 209 km/h;
Kraftstoffart: Diesel;
Verbrauch (Norm): innerorts: 6,4 Liter/100 km, außerorts: 4,9 Liter/100 km, insgesamt: 5,4 Liter/100 km;
CO²-Emission: 143 g/km;
Abgasnorm: Euro VI;
Energieeffizienzklasse: B;
Im Test: 7,4 Liter/100 km, 196 g/km CO²;
Tankinhalt: 52 Liter;
Reichweite: 704 km;
Antrieb: permanenter Allrad;
Maße (Länge/Breite/Höhe): 4.805 mm / 1.840 mm / 1.480 mm;
Radstand: 2.750 mm;
Kofferraumvolumen: 522 bis 1.648 Liter;
Leergewicht: 1.676 kg;
Nutzlast: 474 kg;
Zulässiges Gesamtgewicht: 2.150 kg;
Anhängelast (gebremst/ungebremst): 1.600 kg / 730 kg;
Wendekreis: 11,8 m;
Bremsen (vorn/hinten): Scheiben innenbelüftet / Scheiben;
Räder: 7,5 J x 19, Leichtmetall;
Bereifung: 225/45 R 19 92 W;
Versicherungstypenklassen: Haftpflicht: 18 / Teilkasko: 23 / Vollkasko: 24;
Preis: 42.790 Euro.


Text: Thomas G. Zügner (Kb)
Fotos: Hersteller

Von RobGal am 25. Januar 2016, 15:36 Uhr veröffentlicht
Zuletzt bearbeitet am 01. März 2016, 13:59 Uhr
Themen: Hersteller | Technik | Tests



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