Mit voller Wucht in den Gegenverkehr-.

Frontalzusammenstoß – wie kommt es dazu?

Es wird immer wieder über spektakuläre und leider auch folgenreiche Frontalzusammenstöße in den Medien berichtet. Da fragt man sich etwas verblüfft: Wieso kommt es so oft dazu, auch bei normalen Wetter- und Straßenverhältnissen? Wo ist die Fehlerquelle, was sind die häufigsten – und vermeidbaren – Ursachen vom Frontalzusammenstößen mit schlimmen Folgen?

Schicksal und menschliches Fehlverhalten

Manchmal führen schicksalhafte, nicht abwendbare Vorkommnisse dazu, dass ein Fahrer die Kontrolle über sein Fahrzeug verliert. Ein Herzinfarkt oder plötzliche Bewusstlosigkeit gehören gewiss dazu, sie sind aber statistisch gesehen eher selten. Menschliches Fehlverhalten ist da schon viel typischer. Das klingelnde Mobiltelefon, das man schnell aus der Tasche holen will oder die Zigarette, die einem aus der Hand und unter den Sitz fällt – schon wird man abgelenkt, mit nicht selten fatalen Folgen.


„Wozu Inspektion?“

Ein dritter Faktor kommt dazu, der nichts mit dem Schicksal und sehr viel mit leichtsinnig blindem Vertrauen in das eigene Auto hat. Die Unfallzeitung fragte Autofahrer nach ihrer Meinung über die Intervalle der turnusmäßigen Inspektion. Die Antworten der meisten Befragten haben uns nicht wenig verblüfft. Sie lauteten in etwa so:

„Inspektion? Alles Geldabschneider!“
„Ich brauche keine Inspektion, mein Auto ist top gepflegt!“
„Nach vier Jahren und 70 tausend Kilometern ist eine Inspektion überflüssig!“
„Mein Nachbar hat viel Ahnung, der schaut auf mein Auto und ist echt günstig.“
„Sollte was sein, kenne ich eine billige Werkstatt in der Nähe ...“


Luft die hier durchgeht, kommt in den Innenraum mit Sporen an. Sie atmen sozusagen kleine Pilze ein.


Motorisierte Fortbewegung braucht Wartung

Andere per Motor betriebene Fortbewegungsmittel müssen auch regelmäßig gewartet werden. Wer würde schon in ein ungewartetes Flugzeug steigen? Beim Flugzeug oder auch bei einem Aufzug ist es klar, dass man sie nicht nach Belieben unterwegs anhalten kann. Offenbar denken viele Menschen, dass sie ihr Auto bei einer technischen Störung einfach zum Stehen und sich somit in Sicherheit bringen können. Dem ist leider nicht so, das Auto ist kein Hund, der auf Herrchens oder Frauchens Kommando hört und tut, was gewünscht wird.


Die Radlager sitzen hier in der Radnabe. Da der Verschleiß ein schleichender Prozess ist, kann der Fahrer es kaum wahrnehmen. Wer sein Auto genau kennt, dürfte sich über ein leicht verändertes Fahrverhalten wundern. Der Fahrer wird sich das so erklären: Das liegt bestimmt an der Fahrbahn.


Bremsscheiben die durch Verschleiß immer dünner werden, brechen wahrscheinlich genau in dem Moment wenn ein Ball über die Straße kullert…………




Technik ist fehlbar, Material ermüdet


Das Fahrwerk kann sehr wohl schon unter 40000 Kilometer Laufleistung eine Schwachstellen sein und Beschädigungen mit verheerenden Folgen auf das Fahrverhalten des Autos verursachen. Ausgeschlagene Traggelenke können zum Abriss der Achsaufnahme führen. Wenn Radlager verschlissen sind, kann sich unter Umständen das gesamte Rad ohne jegliche Vorwarnung vom Auto verabschieden. Die Materialermüdung beim Stoßdämpfer hat weniger mit der Anzahl gefahrener Kilometer und mehr mit dem Einsatzgebiet zu tun. Kaputte Stoßdämpfer führen zum Aufschaukeln des gesamten Fahrzeugs und somit zum Kontrollverlust beim Fahrer. Bei eingelaufenen Bremsscheiben oder veralteter, wässrig gewordener Bremsflüssigkeit droht ein möglicherweise fataler Verlust der Bremsleistung.


Die Traggelenke fallen in die gleiche Gefahrenklasse. Die Traggelenke können plötzlich brechen, dabei haben Sie sofort die Kontrolle über Ihr Fahrzeug verloren.


Fazit der Unfallzeitung

Ich als Kfz-Sachverständiger kenne auch nicht jede Automarke gleich gut. Der gute Bekannte, der gerne an Nachbars Auto rumbastelt, tut es ebenfalls nicht, und Billigwerkstätten geht es nicht anders. Jede Marke hat ihre eigenen Tücken und Tricks bei der Reparatur, Alleskönner und Generalisten gibt es auch auf diesem Gebiet nicht mehr. Wer Auto fährt, muss die Inspektionsintervalle einhalten und sein Fahrzeug dabei den herstellerspezifischen Autohäusern anvertrauen. Alles andere ist ein viel zu gefährliches Spiel mit dem Glück, bei dem das eigene Leben und das anderer Menschen aufs Spiel gesetzt wird.
Robero Galifi
© ULoose - Fotolia.com
© Archiv-Unfallzeitung.de

Von RobGal am 09. Juni 2011, 20:11 Uhr veröffentlicht
Zuletzt bearbeitet am 10. Juni 2011, 23:38 Uhr
Themen: Reparatur | Sicherheit | Unfall



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