Motorrad-Werkstätten auf dem Prüfstand

Blindes Vertrauen ist fehl am Platz

32 Motorrad-Werkstätten wurden vom ADAC in Zusammenarbeit mit der Zeitschrift „Motorrad“ getestet. Drei Viertel von ihnen arbeiten nachweislich mangelhaft und schneiden diesbezüglich sehr viel schlechter ab als PKW-Werkstätten. Ein wenig Argwohn bei der Beauftragung und bei der Abnahme der fertigen Arbeit ist also durchaus angebracht.


Der Testauftrag lautete: Große Inspektion durchführen. Die Motorräder hatten je fünf Fehler, die es zu entdecken und anschließend zu beheben galt. Die vorbereiteten Fehler waren: Zu großes Spiel am Gasgriff, defekte Beleuchtung, Kupplungsgriff zu lose verschraubt, zu geringer Reifendruck, Bremsflüssigkeit auf Minimum. 23 von 32 Werkstätten haben nicht alle Fehler gefunden, obwohl die Wartungspläne für diese Mängel-Möglichkeiten eine Prüfung vorsehen. Sieger war die Werkstatt SBF Triumph Bikes & Parts in Filderstadt, die bezüglich Technik und Service alles richtig machte. Auf den letzten Platz kam eine Yamaha-Spezialwerkstatt bei München, die lediglich einen aus fünf Mängeln entdeckte und reparierte. Die Werkstatt scheute dennoch nicht davor zurück, auch die übrigen vier Mängel auf dem Wartungsplan als erledigt zu kennzeichnen.


Was die Werkstätten (nicht) tun

Motorrad-Werkstätten haben offenbar kein herzliches Verhältnis mit korrekter Dokumentation zwecks Nachvollziehbarkeit der in Auftrag gegebenen Arbeit. Eine Auftragsbestätigung händigten nur neun Werkstätten aus. Kaum mehr als die Hälfte der Betriebe hielt es für notwendig, dem Kunden den abgearbeiteten Wartungsplan mitzugeben. Hätten die Betriebe den vorgegebenen Wartungsplan stur und korrekt abgearbeitet, wären sie zwangsläufig auf die fünf vorpräparierten Fehler gekommen. Das zeigt, dass diejenigen, die den Wartungsplan dem Kunden aushändigen, die Punkte offenbar einfach nur abhaken statt sie gründlich abzuarbeiten.


Was der Kunde tun kann

Der ADAC empfiehlt: Wenn Sie eine Inspektion beauftragen wollen, nehmen Sie das Serviceheft immer mit. Die Auftragsannahme sollte direkt am Motorrad erfolgen. Bitten Sie die Werkstatt, Ihnen eine schriftliche Auftragsbestätigung auszuhändigen, wenn sie es nicht von sich aus tut. Verlangen Sie immer den abgearbeiteten Wartungsplan und lassen Sie sich jeden unklaren Kostenpunkt auf der Rechnung erklären. Zu guter Letzt: Vereinbaren Sie den Inspektionstermin möglichst nicht im April, wenn die Werkstätten alle Hände voll zu tun haben.

werkstattest.pdf 148 KB
Fotos:
Unfallzeitung.de
© photlook - Fotolia.com
PDF: ADAC

Von RobGal am 24. Juni 2010, 13:36 Uhr veröffentlicht
Zuletzt bearbeitet am 25. Juni 2010, 20:12 Uhr
Themen: Motorrad | Tests | Werkstatt



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