Neuer Winterreifen von Continental: Die Zielkonflikte unter einen Hut bringen

Bereits vor dem Reifenwechsel an die nächste Kältesaison denken | Ausreichend Profil und gute Reifentechnologie machen den Unterschied aus / Der Continental Winter-Contact TS 860 kommt im Herbst 2016 auf den Markt

Bald geht die Saison für Winterreifen zu Ende. Experten empfehlen den Gebrauch der Schnee- und Eisspezialisten „von O bis O“, also von Oktober bis Ostern. Dennoch macht es Sinn, sich bereits jetzt über die nächste Kälteperiode Gedanken zu machen: Sind die demnächst in den Sommerschlaf zu versetzenden Reifen nicht zu alt? Da der Gummi im Laufe der Zeit aushärtet, sollten Pneus nach etwa sieben bis acht Jahren in „Rente“ geschickt werden. Doch selbst wenn sie noch nicht zu alt sind: Besitzen sie noch genügend Restprofil? Zwar erlaubt der Gesetzgeber 1,6 Millimeter, doch ist dieser Wert eigentlich unverantwortlich gering. Schon ab vier Millimetern lässt das Profil der Winterspezialisten in seiner Wirkung signifikant nach.

Außerdem bleibt die technische Entwicklung bei Winterreifen nicht stehen, was man auch bedenken sollte, um zu entscheiden, ob man die alten Schlappen noch einmal aufzieht. Continental hat für den Herbst einen Nachfolger für den Winter-Contact TS 850 angekündigt, der in 48 Tests der letzten vier Jahren als Sieger hervorging. Den neuen TS 860 soll es in 36 Dimensionen mit einem Reifendurchmesser von 14 bis 17 Zoll und mit einer Breite von 155 bis 225 Millimetern geben. Trotz der auf sehr hohem Niveau angesiedelten Ausgangsposition ist es den Reifenbäckern aus Hannover gelungen, den Nachfolger noch einmal zu verbessern und die Zielkonflikte bei der Entwicklung im Zaum zu halten. Diese ergeben sich laut Holger Lange, dem Leiter von Contis Winterreifenentwicklung, zwangsläufig: „Wird zu viel in Richtung einer Eigenschaft geschoben, dann verschieben sich auch die anderen.“

Mit dem TS 860 ist ein „auf Sicherheit ausgelegter Allrounder“ (Lange) entstanden. Die Bemühungen der Entwickler konzentrierten sich auf das Nass- und Eisbremsen sowie auf das Schneehandling, ohne aber die Trockeneigenschaften zu vernachlässigen. Beim Nassbremsen übertrifft der Neue seinen Vorgänger um fünf Prozent, beim Eisbremsen um vier Prozent, bei Schneehandling, Schneetraktion und Geräuschentwicklung um jeweils zwei Prozent. Immerhin noch um ein Prozent verbesserte sich das Verhalten bei Aquaplaning, während bei Trockenhandling, Nässe und Rollwiderstand das Niveau konstant blieb.

Wie wichtig eine moderne Reifentechnologie und genügend Profil sind, zeigten eindrucksvoll erste Fahrtests auf Schnee: Ein zwar frisch produzierter, aber auf dem Entwicklungsstand von vor 15 Jahren befindlicher Winterpneu, der Continental Winter-Contact TS 790 V, erwies sich als völlig unterlegen gegenüber der künftigen M+S-Reifengeneration. Geradezu alarmierende Ergebnisse mit Profiltiefen von 8,8 (neu), vier und zwei Millimetern lieferten Praxisversuche bei Beschleunigung, Bremsen und Seitenführung auf Schnee. So nimmt beispielsweise die Bremsleistung zwischen 8,8 und vier Millimetern um zwei Prozent pro Millimeter ab. Jeweils vier Prozent sind es sogar zwischen vier und zwei Millimetern. Bei weniger als vier Millimeter Profiltiefe hat ein Winterreifen aus Sicherheitsgründen nichts mehr auf einer Autofelge zu suchen. Es ist also bestimmt kein Fehler, sich beim demnächst fälligen Umrüsten auf Sommerreifen bereits über die künftigen „Winterschuhe“ seines Fahrzeugs ernsthafte Gedanken zu machen.

Text: Thomas G. Zügner (Kb)
Foto: © imageteam - Fotolia.com

Von RobGal am 01. März 2016, 12:56 Uhr veröffentlicht
Zuletzt bearbeitet am 02. März 2016, 13:17 Uhr
Themen: Sicherheit | Tipp



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