Positive Unfallbilanz 2009

So wenige Verkehrstote wie seit 1950 nicht mehr

Die Zahl der Verkehrstoten auf deutschen Straßen ist auch 2009 wieder deutlich gesunken. Denn nach den soeben vom Statistischen Bundesamt veröffentlichten vorläufigen Unfallzahlen kamen 2009 auf deutschen Straßen nur noch 4160 Menschen ums Leben. Das sind 317 Todesopfer und damit 7,1 Prozent weniger als 2008, als noch 4477 Verkehrstote zu beklagen waren. Damit sind 2009 so wenige Menschen wie noch nie seit 1950 auf deutschen Straßen ums Leben gekommen.

4160 Verkehrstote sind gerade noch 19,5 Prozent der Todesopfer des schwärzesten Jahres der deutschen Unfallstatistik. Das war 1970 mit insgesamt 21332 Verkehrstoten, was 58 Todesopfern täglich entsprach. Dass dieser Wert trotz eines erheblich gewachsenen Fahrzeugbestands und eines vervielfachten Verkehrsaufkommens auf nunmehr 11 Todesopfer täglich sinken konnte, hat nach Ansicht des Automobilclubs ADAC vielfältige Gründe.

Verkehrserziehung, sicherere Autos, verbesserte Unfallrettung


Zu denen gehören einerseits umfassende Verkehrerziehungsmaßnahmen von Polizei, Automobilclubs und anderen Organisationen sowie eine verbesserte Fahrausbildung. Positiv wirken sich zudem Verbesserungen bei der Unfallrettung und im Straßenbau aus. Und einen wichtigen Beitrag zur verbesserten Unfallbilanz leistet die weiter gewachsene passive und vor allem auch aktive Sicherheit der Fahrzeuge mit einer Vielzahl moderner Assistenzsysteme.

Die verbesserte Sicherheit trägt auch spürbar dazu, dass trotz der mit 2,305 Millionen um 0,5 Prozent leicht gestiegenen Gesamtzahl der polizeilich aufgenommenen Unfälle der Anteil der Unfälle mit Personenschäden um drei Prozent auf 310 900 abnahm. Niedriger ist auch die Zahl der bei Unfällen leicht oder schwer verletzten Personen, die um knapp drei Prozent auf 397 900 abnahm.

Erhebliche regionale Unterschiede

Trotz der insgesamt noch einmal gesunkenen Zahl der Verkehrstoten gibt es allerdings deutliche regionale Unterschiede. Denn während in Sachsen-Anhalt mit 26 Prozent, in Sachsen mit 20 und in Thüringen mit 19 Prozent erheblich weniger Verkehrstote zu beklagen waren, stieg deren Zahl im Mecklenburg-Vorpommern um 19 Prozent und auch in Bremen mit 8,3 und im Saarland mit 4,7 Prozent gab es 2009 mehr Verkehrstote.

Berlin, Hamburg und Bremen besonders sicher


Auch das Risiko, bei einem Verkehrsunfall getötet zu werden, ist je nach Bundesland unterschiedlich hoch. Während in der Bundesrepublik Deutschland 2009 durchschnittlich 51 Verkehrstote pro eine Million Einwohner gezählt wurden, erwiesen sich Berlin mit 14, Hamburg mit 19, Bremen mit 20 und Nordrhein-Westfalen mit 34 Verkehrstoten pro eine Million Einwohner als deutlich sicherer. Erheblich größer als der Durchschnitt ist das Risiko bei einem Verkehrunfall getötet zu werden dagegen in Brandenburg mit 80 und in Mecklenburg-Vorpommern mit 94 Verkehrstoten pro eine Million Einwohner.

Autobahnen weiterhin die sichersten Straßen


Der rückläufige Gesamttrend bei der Zahl der Verkehrstoten übertrug sich auch auf das Unfallgeschehen auf den Autobahnen, auch wenn hier noch nicht die endgültigen Zahlen vorliegen. Denn Deutschlands Schnellstraßen sind und bleiben, ungeachtet mancher spektakulären Unfälle, gemessen an der Fahrleistung die sichersten Straßen im Lande.

Die positiven Zahlen zur Entwicklung der Verkehrsunfälle dürfen allerdings nicht darüber hinwegtäuschen, dass auch 11 Verkehrstote täglich erhebliches Leid bedeuten. Deshalb gilt es, auch weiterhin alle denkbaren Möglichkeiten zu nutzen, um die Verkehrssicherheit zu verbessern und die Unfallzahlen auch in Zukunft weiter zu senken.

(UnfallZeitung/Ingo von Dahlern)
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Von Ivd/UnZe am 27. Februar 2010, 12:38 Uhr veröffentlicht
Themen: Statistik | Unfall



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