„Sicher im Auto“

Bundesweites Programm zur Sicherung mitfahrender Kinder

Mit nur noch 3648 Verkehrstoten sank deren Zahl gegenüber 2009 im vergangenen Jahr um 12 Prozent und damit auf den niedrigsten Wert seit 60 Jahren. Und auch die Zahl der verunglückten Personen sowie der Verletzten sank deutlich. Das gilt auch für die Zahl der verunglückten Kinder unter 15 Jahren, die um 7,2 Prozent sank. Ein Wermutstropfen bei dieser insgesamt so positiven Entwicklung ist allerdings, dass die Zahl der im Verkehr getöteten Kinder unter 15 Jahren erstmals seit Jahren wieder zunahm. Sie stieg von 90 im Jahr 2009 auf 104 im vergangenen Jahr. Das sind 14 Todesopfer mehr und damit ein Zuwachs um 16 Prozent. Während die Zahl der Todesopfer bei den Radfahrer dabei um 17 Prozent sank, nahm die der getöteten jungen Fußgänger um 22 Prozent zu und die der als Insassen von Personenwagen getöteten Kinder um 32 Prozent.

Kein Grund zu besonderem Aktionismus

Aus diesen Zahlen einen Trend herauslesen zu wollen, verbietet sich angesichts der insgesamt sehr niedrigen Zahlen der Todesopfer ebenso wie ein besonderer Aktionismus oder gar Alarmismus. Das gilt umso mehr, wenn man berücksichtigt, dass die Zahl der als Insassen von Personenwagen verletzten Kinder 2010 gegenüber dem Vorjahr von 10246 auf 9889 und damit um 3,2 Prozent gesunken ist. Doch die Tatsache, dass in gutes Drittel aller verletzen Kinder und sogar die knappe Hälfte der bei Verkehrsunfällen getöteten Kinder bis 15 Jahren Insassen von Personenwagen waren, zeigt auf jeden Fall, dass die Sicherung von mitfahrenden Kindern einen hohen Stellenwert hat und von allen Verantwortlichen ernst genommen werden sollte.

Erhebliche Defizite bei der Kindersicherung

Denn bei der Sicherung von in Personenwagen mitfahrenden Kindern bestehen bei vielen Verantwortlichen leider beachtliche Defizite. So unterschätzen nach Erkenntnissen des ADAC viele Eltern das Verletzungsrisiko für nicht oder nicht korrekt gesicherte Kinder. Zudem werden immer wieder gravierende Fehler bei der Sicherung gemacht. So werden sehr oft nicht die für die jeweilige Altersklasse korrekten Sitze verwendet und manchmal auch unvorschriftsmäßige Sitze benutzt, die Kindersitze falsch eingebaut oder Fehler beim Angurten der Kinder gemacht. Und immer noch gibt es Erwachsene, die Kindern ganz ohne Sicherung mitnehmen – das gilt insbesondere für kurze Fahrten.

Kurse und technische Beratung

Auf die hier bestehenden Defizite und Fehlverhaltensweisen hinzuweisen und durch umfassende Aufklärung und Information zum korrekten Handeln beizutragen, hat sich das bundesweite Programm „Sicher im Auto“ zum Ziel gesetzt, das vom ADAC und Volkswagen Service mit Unterstützung durch das Bundesverkehrsministerium realisiert wird. Rund 110 Moderatoren vermitteln durch individuelle technische Beratung sowie in Kursen, in denen der Umgang mit den verschiedenen Kinderrückhaltersystemen praktisch erlernt werden kann, das nötige Wissen. Und in dem Internetportal www.sicher-im-auto.com findet man neben ausführlichen Informationen zum Programm und den Veranstaltungsorten auch eine Fülle von detaillierten Informationen. Deren Spektrum reicht von Übersichtstabellen zu allen altersgerechten Kindersicherungssystemen und Kindersitztests bis zu Tipps zum Reisen mit Kindern und Links zu den verschiedenen Herstellern von Kindersicherungssystemen.

UnfallZeitung: Auch ein Thema für ältere Fahrer

Die Sicherung von Kindern, die in Personenwagen mitfahren, ist übrigens nicht nur Aufgabe für deren Eltern. Deshalb weist die UnfallZeitung mit allem Nachdruck darauf hin, dass vor allem mit Blick darauf, dass immer mehr Menschen bis ins hohe Alter am Steuer sitzen, auch Großeltern, Onkel und Tanten und jeder, der junge Passagiere an Bord nimmt, die korrekte Sicherung der jungen Mitfahrer beherrschen sollten. Und ebenso wichtig ist es natürlich, dass sie in ihren Fahrzeugen die nötige Ausrüstung an Bord haben sollten, um junge Passagiere sicher zu transportieren.

Ingo von Dahlern/UnfallZeitung
Fotos: 1,3,4, ADAC 2 Foto: © Brigitte Bonaposta - Fotolia.com

Von Ivd/UnZe am 02. August 2011, 14:49 Uhr veröffentlicht
Themen: Kinder | Sicherheit



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