Sicheres Fahren mit Gas?
Gasmotoren gab es schon im 19. Jahrhundert
Kann man mit dem Kraftstoff Gas sicher fahren? Die Technologie ist alles andere als neu, dennoch hört man relativ selten von dieser Antriebsart, zumindest bei Privatfahrzeugen. Bei steigenden Kraftstoffpreisen könnte sich das rasch ändern.
Die Geschichte des Gasantriebs
Die Geschichte der motorbetriebenen Fahrzeuge fängt mit Gas als Brennstoff an. Schon 1859 wurde der erste einsatzfähige Gasmotor von Jean Joseph Étienne Lenoir entwickelt, ein Jahr später hat er ihn einem kleinen Personenkreis vorgeführt. Einige Jahre später, 1863, konstruierte er das erste mit Gasmotor angetriebene Straßenfahrzeug, dem ein verdichtungsloses Zweitaktprinzip zu Grunde lag. Die Entwickler seiner Zeit, wie etwa Nikolaus Otto, ließen sich von seiner Erfindung inspirieren. Ein Jahrzehnt später, 1876, entwickelten Otto und Eugen Langen den ersten Viertakt-Gasmotor mit verdichteter Ladung.
Mit der 1884 erfundenen elektrischen Zündung brach ein neues Zeitalter im Fahrzeugbau an, denn diese Erfindung ermöglichte auch flüssige Brennstoffe. Ab dieser Zeit spielte der Gasantrieb nur noch eine Nebenrolle in der Fahrzeugkonstruktion.
Der legendäre Holzvergaser war das Ergebnis von Treibstoffmangel infolge Kriegs- und Krisenzeiten. Hier waren Erfindungsreichtum und Eigeninitiative nötig, wenn man motorbetrieben mobil bleiben wollte. Holz bot sich als Rohstoff an, um daraus Holzkohle, Holzteer, Holzessig, Holzgeist und auch Holzgas zu gewinnen. Die Methode erwies sich als nicht rentabel und wurde nicht weiter verfolgt.
Gasmotoren heute
Autogas (Flüssiggas)
Autogas („Liquefied Petroleum Gas“, LPG) ist ein bei der Erdöl- und Erdgasgewinnung sowie bei der Erdölraffinierung anfallendes Nebenprodukt. Es besteht aus Propan, Butan und deren Gemischen, und kann unter relativ geringem Druck, mit wenig technischem Aufwand, und daher kostengünstig verflüssigt werden. Als Flüssiggas nimmt es nur etwa 1/260 seines gasförmigen Volumens ein.
Autogas hat ein höheres Molekulargewicht als Erdgas und ist deshalb fast doppelt so schwer wie Luft, was bei einer Leckage nachteilig sein kann. Die Vorteile sind jedoch beachtenswert: es hat einen hohen Energiegehalt, verbrennt schadstoffarm mit 20% weniger CO2-Ausstoß als bei Benzin, und es lässt sich gut lagern.
Autogas und Erdgas sind nicht austauschbar innerhalb eines Fahrzeugs. Dank unterschiedlicher Tankstutzen an den Fahrzeugen können sie auch nicht verwechselt werden.
Kosten der Nachrüstung auf Autogas
Bei einem für die Umrüstung geeigneten Fahrzeug müssen Sie mit Kosten von etwa 1.500-2.000 Euro rechnen. Manche Hersteller z.B. Chevrolet, Ford,Volkswagen, stellen eine bereits installierte Gasanlage zur Verfügung. Die Firma Subaru wirbt zur Zeit mit einer kostenlosen Umrüstung auf Autogas bei Erwerb eines Vorführ- oder Neuwagens bis zum 30.06.2009.
Erdgas
Erdgas nennt man alle aus der Erde stammenden gasförmigen Kohlenwasserstoffverbindungen – es ist also ein brennbares organisches Naturprodukt. Es besteht aus mindestens 85 Prozent Methan, bis zu zehn Prozent Stickstoff und Kohlendioxid, sowie aus kleinen Mengen von Ethan, Propan und Butan. Als Kraftstoff wird Erdgas in zwei Formen angeboten:
- als komprimiertes Erdgas („Compressed Natural Gas”, CNG) oder
- als flüssiges Erdgas (“Liquefied Natural Gas", LNG).

Test mit Erdgastanks: selbst bei starker Hitzeeinwirkung kam es nicht zur Explosion.
Kosten der Nachrüstung auf Erdgas
Die Nachrüstung von Benzinfahrzeugen kostet, je nach Typ, zwischen 3.000 und 4.500 Euro. Manche Energieversorger fördern die Umrüstung auf Erdgas bei Flottenbetreibern. Privatpersonen könnten bei einigen Versorgern etwa 500 Euro Förderung erhalten, auch manche Versicherungen kommen den Haltern von Erdgasautos entgegen. Die Neuanschaffung eines erdgasbetriebenen Autos ist meist rentabler, zumal einige Hersteller den Motor von Serienfahrzeugen für Erdgasbetrieb optimiert haben.
Sicherheit

Sowohl Hersteller, als auch der ADAC führen Sicherheitstests durch, bei denen die Fahrzeuge einem Crashtest unterzogen oder auch angezündet werden. Autogas- und Erdgasfahrzeuge erweisen sich beide als zuverlässig und sicher.
Fazit der Unfallzeitung
Beide Betriebsarten sind, vor allem unter Umweltgesichtspunkten, empfehlenswert. Erdgas ist zwar im Verbrauch günstiger, dafür kostet eine Nachrüstung mehr als beim Autogas, auch wenn Erdgasumrüstungen teilweise subventioniert sind. Als Neuwagen bieten die Hersteller nur Erdgasautos an.
Rob Gal
Fotos: Econengines GmbH, Erdgas-fahren.de, Rob Gal
Von RobGal am 25. April 2009, 13:14 Uhr veröffentlicht
Zuletzt bearbeitet am 21. Oktober 2009, 21:10 Uhr
Themen: Sicherheit | Technik | Zeitmaschine
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