Stabile Kraft zu jeder Zeit

Fahrzeugbatterien folgen „Murphys Gesetz“ und gehen dann kaputt, wenn man es am wenigsten braucht: Im Winter, morgens, vor dem Weg zur Arbeit. Ein Defekt, der sich mit einfachen Mitteln verhindern lässt.

Im Winter 2009 mussten die gelben ADAC-Engel sowie deren Straßendienstpartner im Schnitt alle acht Sekunden zur Pannenhilfe ausrücken. Das macht in der Summe fast vier Millionen Hilfeleistungen. Damit wurde der Winter 2007/2008 um fast zwei Millionen Pannenfälle überboten. Auch im vergangenen Jahr war die Batterie Pannenursachen Nummer 1: Insgesamt knapp 620.000 Notrufe gingen aufgrund defekter Starterbatterien ein. Viele Batterien hätten jedoch nicht versagt, wenn sie vor dem Winter ein bisschen Pflege und Wartung erhalten hätten. Damit wären über 600.000 Mal Ärger, Kosten, kalte Finger und Füße erspart geblieben. Um einer Batterie lebensverlängernde Maßnahmen zu spendieren, ist ein geringes Maß an Batterie-Grundkenntnis erforderlich.
Batterien bestehen aus viel Kunststoff, Bleiplatten und verdünnter Schwefelsäure. Während das Plastikgehäuse lediglich dazu dient, alle Innereien zusammenzuhalten, reagiert die Flüssigkeit mit den Bleiplatten. Erst dadurch ist die Batterie in der Lage, elektrische Energie aufzunehmen und bei Bedarf abzugeben. Das funktioniert aber nur so lange, wie die Bleiplatten ihre ursprüngliche Oberflächenstruktur haben. Diese ist im idealen Fall „amorph“, also unstrukturiert, lose, mit großen Zwischenräumen. Den Zustand behalten die Platten auch, vorausgesetzt der Akkumulator wird regelmäßig geladen und Entnahme und Ladung halten sich die Waage. Noch eins: Nicht - wie landläufig angenommen - liefert der Generator sämtliche zum Fahrzeugbetrieb erforderliche Energie, sondern die Batterie. Richtig ist hingegen, dass der Generator ständig mitläuft und so die Batterie permanent mit Energie versorgt.

Was aussieht wie eine Mondlandschaft ist in Wirklichkeit die amorphe Bleimasse einer neuen Batterie. In diesem Zustand kann der Akkumulator sowohl Energie aufnehmen als auch abgeben.


Viele Verbraucher setzen der Batterie zu

Leider ist die Energiebilanz lange nicht mehr so ausgewogen wie sie einmal war. Dadurch, dass selbst in Kleinwagen der Luxus im großen Stil Einzug gehalten hat, wird sehr viel Energie benötigt. Neben Zentralverriegelung, Alarmanlage und Wegfahrsperren sind es vor allem Komforteinrichtungen, die reichlich Energie verschlingen. Stand- und Sitzheizung, Stereoanlage, Navigationssysteme, elektrische Fensterheber und Schiebedächer sind nur einige der vielen Verbraucher, die das Fahren angenehmer machen. So wird der Batterie, vor allem bei Kurzstreckenfahrten, häufig mehr Energie entnommen als nachgeführt werden kann. Das sorgt dafür, dass der Akkumulator ständig ein Energiedefizit hat und das bisschen, was während einer kurzen Fahrt vom Generator geschickt wird, geht sofort an die Verbraucher. Auf diese Weise entlädt sich nicht nur die Batterie; aus der lebenswichtigen amorphen Masse wird langsam eine kristalline, die weder Energie aufnehmen oder speichern, noch abgeben kann.
Solange die Temperaturen deutlich im Plus liegen, ist für den Autofahrer alles im grünen Bereich: Das Auto springt auch dann noch an, wenn die Oberfläche der Bleiplatten mit Kristallen übersät ist. Denn bei milden Temperaturen sind sämtliche Baugruppen startwillig, alles ist leichgängig und mechanische Widerstände sind gering. Doch spätestens dann, wenn sich die Quecksilbersäule dauerhaft um den Gefrierpunkt einpendelt, am Fahrzeug alles steif wird, muss die Batterie alle verfügbare Energie aufbringen, um Zündfunken und Umdrehungen zu erzeugen. Logisch ist daher auch: Wenn der Akku schon im Sommer defekt war, kann er spätestens im Winter keine Leistung bringen. Was dann folgt, hat wohl jeder Autofahrer schon einmal erlebt: Starthilfekabel, Anschieb- oder Anschlepp-Versuche und am Ende steht doch der gelbe Engel vor der Tür.


Nach etwa zwei Jahren ständiger Benutzung ohne Wartung und Pflege zeigt sich die einst amorphe Oberfläche voller Kristalle. Sie ist „sulfatiert“. In diesem Zustand kann die Batterie nicht mehr ordnungsgemäß arbeiten. Im Klartext: Es kann weder Leistung aufgenommen noch abgegeben werden. Bis zum endgültigen Kollaps dauert es nicht mehr lange.



Mit geringem Aufwand sicher und sparsam

Selbst handwerklich ungeübte Autofahrer können sich wirksam vor einem Batterieausfall schützen. Dabei sind sowohl finanzieller als auch zeitlicher Aufwand überschaubar. Es genügt ein einfaches Kontrollgerät, um die Spannung der Batterie zu kontrollieren. So bietet beispielsweise die saarländische Firma Novitec mit dem APM-1 ein Gerät an, dass einfach über den Zigarettenanzünder mit der Batterie Kontakt aufnimmt und über ein Display mit großen Zahlen die Werte übermittelt. Per Leuchtdioden erhält der Fahrer Auskunft, wann eine Ladung erforderlich ist. Auf diese einfache Art und Weise lässt sich der Batteriezustand regelmäßig prüfen, damit lebenserhaltende Maßnahmen rechtzeitig eingeleitet werden können. Diese sind erforderlich, sobald die Spannung zwölf Volt oder weniger beträgt. Zwar muss dann keine Panik ausbrechen, aber ein gewisses Maß an Aktivität ist schon von Nöten, um das Fahrzeug auch weiterhin problemlos starten zu können.
Mit einem Ladegerät bringt man den verschobenen Energiehaushalt der Batterie wieder ins Lot. Am sichersten ist langsames Laden, beispielsweise über Nacht. Das schont die Batterie und verhilft ihr zu einer Tiefenwirkung. Wer ganz sicher sein will, auch im Winter genügend Startpower zu haben, der sollte auf ein Ladegerät mit Pulser zurückgreifen. Auch hier bietet beispielsweise die Firma Novitec ein entsprechendes Gerät an. Der Pulser im Ladegerät sendet in extrem hoher Frequenz Stromstöße in geringer Stärke in die Batterie. Dadurch werden vorhandene Kristalle zerstört und neue in ihrer Entstehung gehindert. Ein solches Gerät ist aber nicht nur während der Ladung hilfreich, sondern auch im normalen Fahrzeugbetrieb. Der Pulser wird einfach zwischen den Plus- und Minuspol der Batterie geklemmt und ist sofort einsatzbereit. Ständig werden die Bleiplatten mit Impulsstrom beaufschlagt und von schädlichen Kristallen freigehalten. Die Lebensdauer des Pulsers, der seit etwa 20 Jahren auf dem Markt ist, kann vom Hersteller noch nicht benannt werden, da selbst die ersten Ausführungen nach wie vor ihre Arbeit tadellos verrichten. Was allerdings beziffert werden kann, ist die verlängerte Lebensdauer der Batterie. Wird vom ersten Tag mit der Pflege begonnen, also kontrolliert, gepulst und bei Bedarf geladen, lässt sich das Leben einer Batterie mindestens verdoppeln.
Das schont in Zeiten des allgemein knapper werdenden Budgets besonders den Geldbeutel, denn die Preise für Starterbatterien haben sich zwischenzeitlich verdoppelt. Grund dafür sind die gestiegenen Rohstoffpreise von Blei. Ärger und Zeit spart der Autofahrer obendrein. Denn neben der Wartezeit auf den Pannendienst muss in der Regel eine neue Batterie besorgt und eingebaut werden. Überdies schont eine regelmäßige Batteriepflege auch die Umwelt, denn durch defekte Fahrzeugbatterien fallen pro Jahr mehrere Millionen Tonnen giftiger Bleischlacke an, die nicht entsorgt oder verwertet werden können und zur Endlagerung ins Ausland transportiert werden. Schlagen Sie Murphys Gesetz ein Schnippchen und die Batterie versorgt Ihr Fahrzeug zu jeder Zeit mit stabiler Energie!

Mit einem "Pulser”, der einfach zwischen Plus- und Minuspol der Batterie geklemmt wird, lässt sich eine Sulfatierung bereits in der Entstehung verhindern. Mehr noch: Schon vorhandene Kristalle werden zerstört und selbst betagte Batterien erbringen fabrikneue Leistung.


Sparen im Überblick

Um zu verdeutlichen welches Sparpotential die regelmäßige Batteriepflege birgt, müssen die Basiswerte einer Batterie wie Preis, Lebensdauer, Energiebilanz des Fahrzeuges (Anzahl der elektrischen Verbraucher) mit Preis und Lebensdauer eines Pulsers verglichen werden.

Batteriepreis
Die Kosten für eine neue Batterien sind abhängig von Hersteller, Leistung und Aufbau. Für herkömmliche Blei-Säure Batterien muss in der Regel weitaus wenig bezahlt werden wie für GEL- oder AGM Batterien. Der Trend geht dabei jedoch eindeutig in Richtung teurer GEL- und AGM-Batterien.
36 Ah: bis zu 50,00 Euro
64 Ah: bis zu 150,00 Euro
100 Ah: bis zu 170,00 Euro

Im Pkw kommen meist Batterien mit einer Leistung zwischen 50 und 70 Ah zum Einsatz. Nur bei Autos der Luxusklasse greift man auf Akkus mit extrem hoher Leistung zurück. Grund: Die Anzahl an elektrischen Verbrauchern ist hier weitaus höher als bei Klein- oder Mittelklasse Fahrzeugen.

Lensdauer
Bei normalem Einsatz und ohne besondere Pflege und Wartung kann von einer Lebensdauer von 4 – 5 Jahre ausgegangen werden. Sie ist stark von Batteriequalität, Ladeeinrichtung des Autos, Energiebilanz sowie der Nutzung des Fahrzeuges und kann dadurch stark schwanken.

Pulser
Die Preise von Pulsern liegen um etwa 50 Euro, weitere Kosten wie Montage, Pflege und Wartung fallen nicht an. Da die Pulser einfach an Plus- und Minuspol angeschlossen werden, kann der Einbau in Eigenregie erfolgen. Über die Lebensdauer kann keine Auskunft gegeben werden: Bislang sind keine Ausfälle bekannt geworden. Ausnahme ist selbstverständlich die mechanische Zerstörung, beispielsweise durch einen Unfall. Fachleute schätzen, dass eine Lebensdauer von 20 Jahren und mehr durchaus realistisch ist.

Gepulste Batterie-Lebensdauer
Die Lebensdauer einer Batterie die ständig gepulst wird, soll sich verdoppeln. Ein Pulser-Anbieter, die Firma Novitec aus Saarbrücken, schließt nicht aus, dass eine Batterie sogar bis zu 15 Jahre alt werden kann.

Nummer sicher: Zur regelmäßigen Batteriepflege gehört auch die Erhaltungsladung. Solche Geräte kauft man am besten im Fachhandel und nicht im Baumarkt. Wer perfektes Batteriemanagement betreiben will, lädt den Akkumulator mit einem Erhaltungslader mit Pulser. So kommt man auch im Winter pünktlich zur Arbeit.

Rechenbeispiel
Fahrzeug: Mittelklasse Pkw
Batterie: 64 Ah
Übliche Lebensdauer: max. 5 Jahre (ohne besondere Pflege und Wartung)
Anschaffungskosten: ca. 150 Euro
Batteriekosten/Jahr: 30,00 Euro
Batteriekosten/Monat : 2,50 Euro
Kosten Pulser einmalig: ca. 60,00 Euro (Preis bei Novitec inkl. MwSt)
Amortisierung: bereits nach ca. 2 Jahren
Sparbeginn: ab zweitem Jahr
Sparpotential bei Verdopplung
der Batterielebensdauer: 240,00 Euro
Kosten bei Batterieausfall: Terminverschiebungen, Fahrt zur Werkstatt, Wartezeit bis zur Pannenhilfe, etc.
Oberklasse/Luxusklasse mit einer 100 Ah Batterie und max. 4 Jahre Lebensdauer durch mehr Verbraucher im Auto

Kosten einer Batterie nach 4 Jahren: ca. 170,00 Euro
Batteriekosten pro Monat / Jahr (ca.): 3,55 Euro / 42,50 Euro
Kosten Megapulse einmalig: 59,90 Euro
Amortisierung: schon nach knapp 17 Monaten
Sparbeginn: ab ca. 1,5 Jahre
Sparpotential bei Verdopplung
der Batterielebensdauer: ca. 276,50 Euro
Mögliche Nebenkosten bei Batterieausfall: Terminverschiebungen, Fahrt zur Werkstatt, Wartezeit bis zur Pannenhilfe, etc. Zu beachten ist außerdem, dass bei vielen neuen Fahrzeugmodellen der Batterietausch alleine nicht mehr zu bewerkstelligen ist. Somit können durchaus zusätzliche Werkstattkosten anfallen. Auch wenn beim Kauf, also im ersten Augenblick, der Spareffekt bei Billigbatterien recht groß ist, erweist sich dieser im Laufe der Zeit als doch eher gering. Sie fallen häufiger aus und verursachen somit deutlich höhere Kosten, erheblichen Zeitverlust und viel Ärger. Somit relativiert sich der geringe Anschaffungspreis sehr schnell.

Text: Uwe Meuren
Fotos:
© mipan - Fotolia.com
© waltart - Fotolia.com
Uwe Meuren, Novitec

Von UM am 25. Dezember 2010, 20:44 Uhr veröffentlicht
Themen: Reparatur | Technik | Winter



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