Todesurteil für Bello

Wohin mit dem Hund im Auto?

Kleine Hunde, große Hunde, friedliche Schmuser oder aufgekratzte Köter, mal dösen sie auf dem Hintersitz vor sich hin, mal lassen sie den Fahrtwind um die Ohren wehen ... wer kennt diesen Anblick nicht.

Die besten Freunde des Menschen fahren ungesichert im Fahrgastraum eines Autos mit, und tun meistens, was ihnen gerade einfällt. Dass unsere vierbeinigen Begleiter im Auto mit dabei sind, dagegen ist nichts einzuwenden. Nur bedenken Frauchen und Herrchen leider viel zu selten, wie tragisch es enden kann, wenn Hund oder Katze auf der Hutablage fröhlich ihre Runden drehen oder sich auf dem Schoß des Beifahrers bequem machen.

Das Wurfgeschoss Tier
Ob es ein Schoßhündchen, ein Perserkätzchen oder auch ein Kalb von einem Hund mit 20 Kilo und mehr auf den Rippen ist, das ungesichert mitfährt, spielt kaum eine Rolle. Der Hintersitz und die Hutablage können für alle Tiere zum Schleudersitz und zur Todesfalle werden. Weder dem Tier, noch sich selbst tut man einen Gefallen mit der großen Freiheit im Auto. Tier wie Mensch schweben in Lebensgefahr bei einer Vollbremsung mit nachfolgender Kollision.

Schleuderplatz hinter dem Fahrer Dass in einer solchen Situation lose Gegenstände Geschossen gleich nach vorne katapultiert werden, ist bekannt. Die grausigen Details werden dabei selten bedacht. Der Hund wird zuerst mit voller Wucht gegen den Fensterrahmen gedrückt. Anschließend wird er bei einem Aufprall mit nur 50 Km/h Geschwindigkeit mit der Wucht von etwa einer Tonne nach vorne geschleudert. Nach vorne heißt in diesem Fall: gegen den Fahrersitz, bei dem Gurtstraffer und Airbag für den Fahrer gerade ausgelöst worden sind.

Schlechte Aussichten auf der Hutablage
Auf der Hutablage bringen viele Hundebesitzer ihre eher klein geratenen Vierbeiner unter. Dazu passt eine vor Jahren durchgeführter Test des TÜV Bayern, bei dem untersucht wurde, was mit einem auf der Hutablage liegenden Autoatlas bei einem Aufprall mit 50 Km/h Geschwindigkeit passiert. Der ungesicherte Autoatlas wurde mit einer Wucht von etwa 150 Kilogramm nach vorne geschleudert. Wenn der Gegenstand auf der Hutablage ein kleiner Hund oder eine Katze statt Autoatlas ist, dann wären sowohl die Tiere als auch ihre Besitzer übel dran.

Kein sicherer Platz auf dem Schoß
Das Tier auf den Schoß eines Beifahrers zu platzieren verhindert zwar das Schleudern, die Methode ist aber nicht minder gefährlich. Der Airbag, der doppelt so groß ist, als der auf der Fahrerseite, würde das Tier mit ungeheuerem Druck gegen den Körper des Beifahrers drücken. Wer von den beiden stirbt und wer mit schweren Verletzungen in den Weichteilen überlebt, kann man sich leicht vorstellen.

Unkenntnis schützt vor Strafe nicht Niemand möchte sich selbst und seinen vierbeinigen Liebling in Gefahr bringen. Dass so viele es dennoch tun, mag mit Unwissenheit erklärt werden. Die Unfallzeitung möchte hier Abhilfe schaffen, Aufklärung leisten und Ihnen Tipps geben, wie Sie ihre Tiere im Fahrzeug sicher transportieren und schützen können. Wer die entsprechenden Vorschriften nicht beachtet, muss mit Strafen rechnen. Tiere im Auto gelten als Transportgut, das entsprechend gesichert werden muss. Ein Verstoß kann mit 250 Euro Bußgeld geahndet werden, und darüber hinaus 3 Punkte in Flensburg kosten. Wenn jemand verletzt wird, kann auch ein Strafprozess nicht ausgeschlossen werden.

Der ADAC hat alles Wissenswerte zu diesem Thema in einem Artikel und Videos sehr anschaulich dargestellt. Schauen Sie sich diesen Film an, damit Sie Ihre Tiere in Zukunft verantwortungsvoll und gefahrlos transportieren können.
Waldi als Beifahrer ein weiterer Artikel vom ADAC zu diesem Thema.

Fotos:
pmstephens - Fotolia.com,
Roberto Galifi/Unfallzeitung

Von RobGal am 01. November 2009, 15:16 Uhr veröffentlicht
Zuletzt bearbeitet am 02. November 2009, 20:24 Uhr
Themen: Sicherheit | Strafen | Tiere | Unfall



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