Unfallprävention: Was liegt im Argen?
Es wird zu wenig getan, um Menschenleben zu schützen
Etwa 4000 Menschen sterben jährlich auf unseren Straßen, diejenigen, die den Transport ins Krankenhaus überleben und erst einige Zeit später im Krankenhaus versterben, nicht eingerechnet. Dazu kommen hunderttausende Verletzte. Dabei gibt es vergleichsweise einfache Maßnahmen, die die Zahl der Unfalltoten verringern könnten. Sie müssen nicht mehr erfunden, nur noch konsequent umgesetzt werden.
Die Hersteller sind nicht untätig
Es ist im ureigenen Interesse der Hersteller, dass möglichst wenige Menschen in von ihnen hergestellten Autos sterben. Sie tun viel für die Sicherheit, und durch die vor kurzem erweiterten Vorgaben müssen sie nun auch eine Kollision mit Fußgängern in ihre Konstruktionsvorgaben aufnehmen. Beim Kampf gegen Unfalltote sollte man weniger die Hersteller und mehr die Verkehrsteilnehmer als Unfallfaktor Nr. 1 ins Visier nehmen.
Überforderung infolge technischer Komplexität
Wenn Panik die Kontrolle übernimmt, ist es zu spät. Eine der Gründe dafür, dass Menschen in Panik geraten, ist die technische Komplexität heutiger Fahrzeuge, von der die meisten Fahrer vollkommen überfordert sind. Das klemmende Toyota-Gaspedal ist ein typisches Beispiel. Obwohl eine Gummimatte die gleiche Pedalklemmung verursachen könnte, verfallen Menschen in einer solchen Situation in Panik, weil sie sich der allmächtigen Technik und der vielfachen elektronischen Steuerung gegenüber machtlos fühlen. Die Autoseiten der Zeitungen schrumpfen, weil es kaum noch Journalisten gibt, die das heutige technische Niveau einerseits kennen und andererseits so darstellen können, dass der Leser die Information versteht.
Bessere Sichtbarkeit für schwächere Verkehrsteilnehmer
Es ist eine Absurdität unserer hochtechnischen Zeit, dass Menschen ihr Leben im Straßenverkehr verlieren, weil sie schlecht sichtbar sind. Licht reflektierende Garne in der Kleiderherstellung wären eine leicht realisierbare Lösung für Fußgänger. Dass kein Fahrrad mehr auf die Straße gelassen werden sollte, wenn es nicht schon von weitem gut sichtbar ist, müsste eine Selbstverständlichkeit sein.
Lebenslanges Lernen
Einmal Führerschein, für immer fahrtauglich? Hier orten wir einen unverzeihlichen Leichtsinn. Fortbildung und lebenslanges Lernen sind die Gebote der Stunde in jedem Bereich – nur nicht beim Autofahren. Das Lernen sollte im Kindergarten anfangen, sich beim Fahrradfahren fortsetzen und niemals ganz beendet werden. Das Absolvieren eines Sicherheitstrainings sollte verpflichtender Bestandteil der Führerscheinprüfung werden, ähnlich wie in der österreichischen Mehrphasen-Fahrausbildung.
Das Sicherheitsdenken kann bereits im Rahmen der eigentlichen Fahrausbildung besser gefördert werden. Für diesen Zweck entstand das EU-Coaching-Projekt HERMES, in dessen Rahmen Fahrlehrer zu Coaches aus- bzw. weitergebildet werden. Im Vordergrund steht dabei die Art und Weise, wie die Inhalte durch den Fahrlehrer vermittelt werden, denn hierin steckt ein riesiges Verbesserungspotential. Vorrangiges Ziel der Hermes-Ausbildung ist es, die Fahrschüler so zu begleiten, dass sie Gefahrenpotentiale und sicherheitsbewusstes Fahren eigenständig entdecken und bewusst machen können.
Fotos:
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Von RobGal am 06. Juni 2010, 17:15 Uhr veröffentlicht
Themen: Sicherheit | Training | Unfall
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