Veraltete Rettungsscheren im Einsatz
Die Feuerwehr ist hilflos, wenn das Gerät nichts taugt
Es ist erfreulich, dass die Zahl der Verkehrstoten sinkt. Dennoch sollten wir nicht vergessen, dass der Straßenverkehr jährlich etwa 4000 Todesopfer und etwa 350.000 Verletzte fordert. Unlängst wurden zwei junge Frauen in ihrem Auto eingeklemmt. Obwohl die Retter gekommen sind, sind beide am lebendigen Leib verbrannt. Wie kann so etwas passieren?
Unser aller Dank sollte den Rettungskräften und der Feuerwehr gelten, denn sie leisten hervorragende Arbeit und tun alles, um Menschenleben zu retten. Sie sind dabei auf gute Ausrüstung angewiesen, und das bedeutet Werkzeug, das den heutigen technischen Standards entspricht. Uns geht es heute um die Rettungsscheren, mit denen eingeklemmte Passagiere befreit werden können.
Die Autoindustrie verbessert die Autos laufend, damit sie sicherer werden. Auch das trägt zur Reduktion der Anzahl von Verkehrstoten bei. Die Kehrseite der Medaille ist dabei, dass alte Rettungsscheren mit dem festeren und härteren Stahl neuer, moderner Autos nicht zurecht kommen. So kann die absurde Situation entstehen, dass Menschen in sicherheitstechnisch einwandfrei gebauten Autos ums Leben kommen, weil sie, wenn einmal eingeklemmt, mit veralteten Rettungsscheren nicht mehr befreit werden können.
Die Berufsfeuerwehren in Großstädten sind gut ausgerüstet, ländliche Gemeinden mit ihrer Freiwilligen Feuerwehr sind schlechter dran. Dort arbeitet die Feuerwehr mit altem Gerät, denn eine neue Rettungsschere ist eine kostspielige Angelegenheit (um die 20.000 Euro).
Fazit der Unfallzeitung
Wir bitten die Vertreter von freiwilligen Feuerwehren, die mit alten Rettungsscheren arbeiten, die Unfallzeitung zu kontaktieren (E-Mail: info@unfallzeitung.de, Telefon: 030 / 627 380 83). Für eine grobe Einschätzung möchten wir wissen, wie viele Rettungskräfte mit alten Rettungsscheren unterwegs sind. Wenn die Größenordnung abschätzbar ist, lässt sich vielleicht etwas bewegen auf diesem Gebiet. Auch diejenigen, die eventuell Geld locker machen könnten, wollen sicher nicht im brennenden Auto sterben, weil die Retter schlecht ausgerüstet sind.
Fotos:
Ein roter PKW konnte nach einem Überholmanöver nicht rechtzeitig genug wieder einscheren und stieß mit einem schwarzem Kombi aus Reher seitlich-frontal zusammen. Die 22jährige Fahrerin des Kombis sowie ihr zwei Jahre altes Kind wurden hierbei leicht verletzt und anschließend durch den RTW ins Krankenhaus Itzehoe transportiert. Schwer eingeklemmt war hingegen die 21jährige Hohenwestedterin. Bei Eintreffen der ersten Einsatzkräfte wurde sie, wie die beiden Leichtverletzten auch, bereits von Ersthelfern versorgt, war allerdings nur noch bedingt ansprechbar. Die sofort eingeleiteten Rettungsmaßnahmen gestalteten sich auf Grund der starken Deformation der Fahrerseite als äußerst schwierig.
© Tom Kuepper - Fotolia.comTom Kuepper - Fotolia.com
©Kreisfeuerwehrverband Steinburg
Doku-Team
Sebastian Courvoisier
Von RobGal am 27. Juli 2010, 17:01 Uhr veröffentlicht
Themen: Politik | Unfall
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