Wenn Kinder aufs Rad steigen

Verkehrserziehung ist genauso wichtig wie gute Ausrüstung

Ein stabiles Kinderrad, gute Bremsen und das Tragen eines Helms sind schon recht gute Voraussetzungen, wenn der Nachwuchs in die eigenen Pedale treten soll. Leider wird dabei die erzieherische Vorbereitung der Kinder vernachlässigt, obwohl sie naturgemäß sehr viel weniger Ahnung von den Gefahren und vom richtigen Verhalten im Straßenverkehr haben als Erwachsene.


Laut der aktuellen Fahrradstudie der Deutscher Ring Versicherungen verunglücken in Deutschland jährlich 11.500 Kinder beim Radfahren. Auf hochwertige Ausrüstung legen die Eltern viel Wert, die Zeit für eine ausreichende Vorbereitung und Verkehrserziehung ist offenbar zu knapp. Keine technischen Raffinessen können falsche Verhaltensweisen im Straßenverkehr korrigieren. Eltern sollten sich bewusst machen, dass der größte Risikofaktor im Straßenverkehr die falsche Einschätzung von Situationen und ein dem Verkehr nicht angepasstes Fahrverhalten sind.


Kinder ticken anders

Kindern muss beigebracht werden, auf den sie umgebenden Verkehr und auf ihr Tempo zu achten. Von sich aus tun sie es nämlich nicht, und sie stellen auch keine Beziehung zwischen der Situation und ihrer eigenen Geschwindigkeit her. Der elterliche Rat, doch lieber auf dem Gehweg zu fahren, beruht auf der falschen Annahme, dass dort keine Gefahren drohen. Besonders Ausfahrten sind tückisch, denn normalerweise rechnet dort kein Autofahrer mit einem vorbeisausenden und sich in Sicherheit wähnenden Mini-Zweiradfahrer.


Gemeinsam in die Pedale treten

Kinder sollten erst dann alleine Fahrrad fahren, wenn sie die für sie wichtigen Verkehrsregeln und Verhaltensweisen gut kennen. Am besten ist es, wenn sie am Anfang eine Weile nur in Begleitung ihrer Eltern oder einer anderen erwachsenen Person im Straßenverkehr teilnehmen und erst dann alleine fahren dürfen, wenn sie dafür auch mental gut gerüstet sind. Eine Altersbegrenzung fürs Alleinfahren und eine verpflichtende Fahrradprüfung sind denkbare Maßnahmen, die es in Österreich schon gibt. Dort dürfen Kinder unter 12 Jahren nur in Begleitung Erwachsener Fahrrad fahren.


Helm und Wimpel gehören unbedingt dazu

Kleinen Kindern setzt man den Helm auf, größere nehmen sie gerne wieder ab. Das als uncool geltende Accessoire sollte unbedingt getragen werden, es verhindert 80 Prozent der schweren Kopfverletzungen. Am besten gehen Erwachsene mit gutem Beispiel voran, denn ihr Schädel ist nicht minder gefährdet als der von Kindern. Signalwimpel am Gepäckträger verbessern die Sichtbarkeit der kleinen Verkehrsteilnehmer. Laut Umfrage sind jedoch nur 14 Prozent von der Wirksamkeit von Signalwimpeln überzeugt. Dies ist eine Fehleinschätzung – sie sorgen sehr effektiv für eine bessere Sichtbarkeit der kleinsten Verkehrsteilnehmer.
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Von RobGal am 23. Juni 2010, 13:59 Uhr veröffentlicht
Themen: Kinder | Radfahrer



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