Wenn Wohnanhänger pendeln
Sicher unterwegs mit Gespannen
Vor allem in der Hauptreisezeit sind Caravangespanne unübersehbar auf unseren Straßen. Knapp 554000 zum Jahresanfang allein in Deutschland registrierte Wohnwagen zeigen, wie beliebt Caravaning hierzulande ist.
Die Kehrseite der Beigeisterung für diese Urlaubsart sind allerdings immer wieder spektakuläre Unfälle. Denn wenn ein Caravangespann ins Schlingern gerät und der Lenker des Zugfahrzeugs nicht richtig reagiert, dauert es meist nur ein paar Sekunden, bis das Gespann nicht mehr beherrschbar ist.. Heftig schaukelnde Wohnwagen haben beim Umstürzen schon manches Zugfahrzeug einschließlich Passagieren ins Verderben gerissen.
Doch so spektakuläre Pendelbewegungen von Caravans sind kein unausweichliches Schicksal, sondern durchaus vermeidbar. So sorgen spezielle Anti-Schlinger-Anhängerkupplungen dafür, dass durch heftige Windböen, den Sog beim Überholen von Lkw oder schnelle Ausweichbewegungen provoziertes Schlingern bereits im Entstehen gedämpft oder ganz unterdrückt werden. Dafür sorgen spezielle Reibbeläge, die von mehreren Seiten an die Anhängerkugel des Pkw gepresst werden. Diese mit einem Handgriff vor dem Start aktivierbare Funktion lässt sich zum Rangieren natürlich deaktivieren.
Einen großen Schritt weiter gehen Systeme wie das vom Anhänger-Spezialisten Al-Ko entwickelte Anti-Schleuder-System ATC für Caravans und Anhänger. Sobald dessen Sensoren eine entstehende Schlingebewegung erkennen, aktivierte es die bremsen des Anhängers und sorgt so dafür, dass das Gespann gestreckt und stabilisiert wird, wie das folgende Video eindrucksvoll zeigt. Einen weiteren Beitrag zur Beherrschung von Schlingerbewegungen leisten scshließlich speziell auf den Betrieb mit Anhängern ausgelegte Antiblockiersysteme (ABS) im Zugfahrzeug des Gespanns.
Doch wie so oft, kann es derartige Sicherheitstechnik allein nicht richten, wenn der Lenker eines Caravan-Gespanns wichtige Grundregeln für das Fahren mit einem Gespann missachtet. Caravanreifen mit zu niedrigem Luftdruck und vor allem eine falsche Beladung des Anhängers können Schlingerbewegungen geradezu provozieren. Und wenn dann auch noch falsche Fahrtechnik dazukommt – die leider sehr oft zu hörende aber absolut falsche Empfehlung zum Beispiel, ein pendelndes Gespann durch kräftiges Gasgeben „zu strecken“ – wird auch die raffinierteste Sicherheitstechnik manchmal ausgereizt.
Deshalb empfiehlt UnfallZeitung.de insbesondere Anfängern aber auch bereits länger mit Gespannen fahrenden Fahrzeuglenkern, sich vor dem Start zur großen Fahrt mit dem Caravan nicht nur Theoretisch über sicheres Fahren zu informieren, sondern das auch praktisch zu üben. Möglich ist das zum Beispiel bei speziellen Sicherheitstrainings, wie sie der ADAC und auch der Auto-Club Europa (ACE) anbieten. Auch mehrere Hersteller von Wohnanhängern wie Bürstner, Dethleffs und die Knaus-Tabbert-Group bieten ihren Kunden praktische Trainings im Umgang mit Caravangespannen an und haben spezielle Ansprechpartner dafür. Und was alles für sicheres Fahren mit Caravans wichtig ist, zeigt schließlich eine Broschüre des Caravaning Industrie Verbandes (CIVD), auf dessen Portal www.caravaning-info.de man sich eine informative Broschüre zur Fahrsicherheit herunterladen kann kann.
Ingo von Dahlern/UnZe
Fotos: © McKay - Fotolia.com, DAR, Rolf Langohr - Fotolia.com
Von Ivd/UnZe am 10. Mai 2009, 11:05 Uhr veröffentlicht
Zuletzt bearbeitet am 16. November 2009, 17:50 Uhr
Themen: Ausstattung | Hersteller | Sicherheit | Technik
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