Zuladung beachten!
... denn volle Autos bremsen schlechter
Schon bald beginnt für zahlreiche Autourlauber das große Packen. Da viele Autofahrer, die wegen der Umweltprämie ein neues Fahrzeug kauften, sich für ein kleineres Fahrzeug als das bisherige entschieden, müssen manche beim Reisegepäck nun radikal umdenken.
Bevor Sie beginnen, wie gewohnt Koffer, Taschen, Tüten und Kleidersäcke zu füllen, sollten Sie überlegen, wie viel Gepäck das neue Auto überhaupt verkraftet
Wenn zum Beispiel die komplette Familie im eine Nummer kleineren Kompaktwagen Platz genommen hat, muss man beim Gepäck schon sehr genau darauf achten, dass man nicht die Zuladungsgrenzen überschreitet. Denn nicht alles, was eventuell in den Laderaum und - wenn der Platz dort nicht ausreicht - vielleicht auch noch aufs Dach passt, darf auch mitgenommen werden, wenn das Auto dadurch überladen wird.
Wie hoch die Zuladung ist, ergibt sich aus der Differenz zwischen dem in den Fahrzeugpapieren eingetragenen Leergewicht, das übrigens 75 kg für den Fahrer einschließt, und dem zulässigen Gesamtgewicht. Bei vielen voll besetzten Kompaktautos ist die Beladungsgrenze schneller erreicht, als manche es wahrhaben wollen. Dennoch halten sich viele Autofahrer nicht daran und gehen mit Übergewicht auf die Reise. Das ist ein Verstoß gegen die Verkehrsvorschriften, der ernste Konsequenzen haben kann.
Allerdings passiert es selten, dass Personenwagen bei Polizeikontrollen auf die Waage gestellt werden. Die Chance, auch mit einem überladenen Wagen unbehelligt das Ziel zu erreichen, ist aus dieser Perspektive verhältnismäßig groß. Doch die wirkliche Gefahr lauert woanders. Denn schon bei einem voll beladenen Auto verändern sich die Fahreigenschaften erheblich. Bei einem stark überladenen Auto jedoch können diese Veränderungen dramatisch werden. Und dann kann es schnell passieren, dass man bei einem gefährlichen Fahrmanöver, etwa einem schnellen Ausweichen, die Kontrolle über das Auto verliert und damit die Fahrt vorzeitig zu Ende ist.
Schon ein voll beladenes Fahrzeug hat vor allem dann, wenn ein Teil des Gepäcks auch noch auf dem Dach untergebracht wird, einen sehr viel höheren Schwerpunkt und zeigt zum Beispiel in Kurven ein völlig verändertes Fahrverhalten. Ist es auch noch überladen, kann es schnell unbeherrschbar werden. Nicht wieder zu erkennen ist für viele Fahrzeuglenker ihr voll beladenes Auto auch, wenn sie erstmals auf die Bremse treten. Denn der gewohnte sanfte Druck aufs Pedal zeigt so gut wie keine Wirkung. Erst durch kräftiges Zutreten bekommt man das Auto an der Ampel gerade noch auf dem letzten Zentimeter zum Halten - oder auch nicht, wenn man plötzlich bei hohem Autobahntempo ein Stauende vor sicht sieht und wie gewohnt sanft abbremsen will.
Mit Blick auf die veränderten Fahreigenschaften von Urlaubsfahrzeugen, über die sich leider nur wenige Autofahrer richtige Vorstellungen machen, empfiehlt es sich, vor dem Start mit voll beladenem Auto zumindest einige Bremsübungen machen, damit man ein Gefühl dafür bekommt, wie gut oder schlecht das Fahrzeug verzögert. Und wichtig bei der anschließenden Fahrt ist es, dass man mit Blick auf die verminderte Bremswirkung konsequent ausreichend Sicherheitsabstand einhält. Das gilt vor allem bei nasser Fahrbahn und bei Regen.
ivd/UnZe
Fotos: © piumadaquila.com - Fotolia.com
Von RobGal am 28. Mai 2009, 09:52 Uhr veröffentlicht
Zuletzt bearbeitet am 16. November 2009, 17:27 Uhr
Themen: Sicherheitstipp | Technik | Urlaub
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