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Sicherheit: „Die Welt des Verkehrs ist nicht für Kinder gemacht“

  • RobGal
  • 12. Dezember 2017 um 10:49
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Zwar können Kinder mit etwa drei bis fünf Jahren schon relativ gut und scharf sehen und hören – aber „sie wissen nicht damit umzugehen“, erklärte Bernhard Schlag, Professor für Verkehrspsychologie an der Technischen Universität Dresden, Mitte November auf der Veranstaltung „Lebenslang für den Straßenverkehr lernen“ des Deutschen Verkehrssicherheitsrates (DVR).

Auch die Geschwindigkeit der Autos und Fahrräder können Kinder noch nicht richtig einschätzen, „sie wissen nicht, was die Geräusche bedeuten“, betonte Schlag und ergänzte: „Die physischen Fähigkeiten der Kinder wie Hören und Sehen sind früher entwickelt als das Bedeutungsverständnis.“ Erst ab einem Alter von etwa zehn Jahren, ergaben Untersuchungen, gelingt es ihnen, Geschwindigkeiten richtig einzuschätzen. Kleine Kinder sind auch nicht in der Lage, allein durch das Fahrzeuggeräusch zu erkennen, aus welcher Richtung das Auto kommt und wann es „dort eintrifft, wo ich stehe“. Kritisch stellte Schlag bei dem DVR-Seminar fest: „Die Welt des Verkehrs ist nicht für Kinder gemacht.“

Den Straßenverkehr zu begreifen ist für Kinder aus dem Grund schwierig, dass sich die Situationen und damit die Aufgaben, die sich ihnen stellen, ständig ändern. Das bedeutet für Schlag, dass die Verkehrs- und Mobilitätserziehung sich an der Entwicklung des Kindes, an seinem Lern- und Verhaltenszustand orientieren sollte. Denn Ereignisse in ihrem Verlauf abzuschätzen sei durchaus lernen. Mit drei bis fünf Jahren können das die Kinder zwar noch nicht, aber ein bis zwei Jahre später bewältigen sie diese Aufgabe bereits, und „Acht- bis Neunjährige können das schon relativ gut, wenn sie nicht abgelenkt werden“, weiß Schlag von seinen Untersuchungen. Der Grund dafür liegt auf der Hand: Kinder sind nämlich neugierig und alles, was sich bewegt, weckt das Interesse bereits der Zweijährigen. Das stellt allerdings eine Gefahrenquelle dar, weil sie sich dadurch leicht ablenken lassen. Denn nicht nur der (oft zitierte) Hund auf der anderen Straßenseite lässt die Kleinen schnell vergessen, dass sie erst nach rechts und links schauen müssen, bevor sie über die Straße gehen (statt zu rennen). „Mehrfachhandlungen“ fallen ihnen schwer, sie können nicht sehr lange das Geschehen um sie herum aufmerksam beobachten. Oft begreifen sie auch nicht, was sich auf der Straße tut, oder finden es ungemein spannend. Alles Gründe, sich leicht ablenken zu lassen.

Es hat sich gezeigt, dass besonders unfallgefährdet jene Kinder sind, die lebhafter, ablenkbarer und kontaktfreudiger sind. Aber auch die ängstlicheren und zurückhaltenderen Kinder verunglücken öfter, weil sie weniger „Handlungsmuster“ gelernt haben. Deutlich sicherer leben jene Kinder, die sich aneignen konnten, Gefahren zu erkennen und zu antizipieren, also gedanklich in einer Situation zu erfassen und vorwegzunehmen. Mädchen sind übrigens weniger unfallgefährdet, weil sie in der Regel „ruhiger, selbständiger und weniger risikobereit“ sind, wie Schlag darlegte.

Die Empfehlungen des Dresdner Verkehrspsychologen an Eltern, Kindergärten und Schulen bauen aufeinander auf: Im Kindergarten sollten Grundfertigkeiten geübt werden. Kommt das Kind in die erste Klasse, ist es wichtig, dass es den sicheren Weg zur Schule erlernt. Im weiteren Verlauf ist es am besten, dass die Verkehrserziehung in den Unterricht eingebunden wird. Zum Ende der Grundschulzeit steht sinnvollerweise die Fahrradausbildung auf dem Lehrplan. Und auch auf der weiterführenden Schule ist eine systematische, fächerübergreifende Verkehrserziehung sinnvoll und angebracht.

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Quellen

    • Text: Beate M. Glaser (Kb)
    • Foto: Felix Vogel - Fotolia.com

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