Seat Alhambra Siebensitzer 2,0 TDI Automatik Style Plus: Wie aus einem Van ein Kleinbus wird
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RobGal -
17. Februar 2016 um 10:25 -
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Sie ist schon eine wahrlich grandiose Stadtburg, die da auf dem Sabikah-Hügel über Granada thront. Doch im Gegensatz zum Weltkulturerbe Alhambra ist das gleichnamige Automobil optisch weit weniger aufregend. Das trifft auch auf das Topmodell der Baureihe zu, den neuen Seat Alhambra Siebensitzer 2,0 TDI Automatik Style Plus.
Die im portugiesischen Palmela gebaute Großraumlimousine weist klare Linien auf, ohne Schnörkel oder überflüssigen Firlefanz. Der Topausstattungslinie Style Plus ist der Chromschmuck um die Seitenscheiben herum vorbehalten, der bei der zwar wenig attraktiven, aber dennoch aufpreispflichtigen weißen Lackierung unseres Kb-Testwagens nicht so recht zur Geltung kam. Kraftvoll ausgestellte Radhäuser lassen den Van satt auf der Straße stehen, große Glasflächen lockern die weitläufigen Blechpartien auf und bieten den Insassen eine gute Rundumsicht. Kaum einzusehen ist dagegen die weit nach vorn gezogene Schnauze des Alhambra, so dass die 500 Euro für die Ultraschall-Einparkhilfe, die auch hinten agiert, sinnvoll investiert sind.
Bei der optischen Überarbeitung der zweiten Alhambra-Generation beschränkten sich die Designer auf kleine Retuschen. Sie betreffen den Kühlergrill, der statt aus vertikalen Streben nun aus horizontalen Waben besteht und ein neues Markenlogo trägt. Die Heckleuchten verfügen jetzt über LED-Technologie. Damit leuchten sie nicht nur stärker, sondern reagieren auch schneller und sind wartungsfreundlicher.
Vergeblich sucht der Betrachter an der Karosserie nach einem Hinweis auf die Motorisierung. Neu in der Alhambra-Familie ist der Spitzendiesel mit 184 PS. Er weist ebenso 1.968 Kubikzentimeter Hubraum auf wie sein 177 PS starker Vorgänger. Während die bullige Zugkraft von 380 Newtonmetern unverändert geblieben ist, verbesserten sich die Fahrleistungen leicht. Trotzdem sank der Normverbrauch des Selbstzünders um immerhin einen halben Liter. Um die Abgasnormen einzuhalten, bedarf es jedoch der Zugabe der Harnstofflösung AdBlue.
Im Fahrbetrieb gibt sich der leistungsstärkste Diesel der Baureihe sehr kraftvoll und durchzugsstark. Er arbeitet derart kultiviert, dass einige unserer Mitfahrer zunächst nicht so recht glauben wollten, dass ein Selbstzünder unter der Motorhaube arbeitete. Zudem harmoniert das Triebwerk gut mit dem sechsstufigen Doppelkupplungsgetriebe, das über eine sogenannte Segelfunktion verfügt: Geht der Fahrer vom Gas, rollt der Alhambra mit ausgekuppeltem Motor weiter, was Sprit sparen soll.
Mit einer Außenlänge von 4,85 Metern ist der Alhambra mit den hinteren Schiebetüren als Siebensitzer geradezu prädestiniert. Allerdings kosten die beiden mit wenigen Handgriffen im Ladeboden versenkbaren Einzelplätze durch die Zwangskombination mit der Klimaautomatik 1.670 Euro zusätzlich. Dann aber wird der Spanier aus Portugal mit seinem riesigen Platzangebot regelrecht zu einem Kleinbus. Weil sich die drei Einzelsitze in der zweiten Reihe um 16 Zentimeter verschieben lassen, können im Fond auch Erwachsene bequem reisen. Dann ist der Kofferraum mit 267 Litern aber nicht mehr üppig. In fünfsitziger Konfiguration wächst es auf 1.167 Liter, werden beide hintere Reihen nicht benötigt, sogar auf 2.297 Liter.
Zahlreiche Ablagen im Innenraum machen den Alhambra richtig familientauglich. In die großen Türtaschen vorn passen sogar 1,5-Liter-Flaschen, und das Fach mit Abdeckung auf der Armaturentafel fasst mehr als den üblichen Kleinkram. Das gilt auch für zwei tiefe Fächer im Fahrzeugboden vor der zweiten Sitzreihe. Praktisch sind die beiden Klapptische an den Rücksitzen der Vordersitze. Nicht alltäglich sind zudem Sonnenrollos in den Fondschiebetüren, die für zusätzliche 1.030 Euro sogar elektrisch öffnen und schließen.