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Explosiv und toxisch.
Der Hauptgeschäftsführer des GDV, Herr Jörg Asmussen, hat mich mit seinem Statement überrascht.

RobGal

Versicherer fordern bessere Löschanlagen für Autofähren statt Mitnahme-Verbote für E-Autos.
Seine Aussage lautet: „Anstatt Fahrer von E-Autos für ihr Investment in Nachhaltigkeit zu bestrafen, sollten sich die Reeder lieber jetzt schon auf eine Zeit mit wesentlich mehr E-Autos einstellen.“

Ich glaube, genau das hat sich so mache Reederei schon vorgestellt. Zuerst schauen wir uns doch mal um, wie die Situation auf unseren Straßen ist. Jeder hat schon mal in den Zeitungen gelesen, dass ein Elektrofahrzeug in Flammen aufgeht, das geschieht auch mit den Verbrenner-Fahrzeugen. Wer die Berichte sich jedoch genau angesehen hat, stellt fest, dass es für die Feuerwehr ein großes Problem ist, ein Elektrofahrzeug zu löschen. Ich möchte hier keinen wissenschaftlichen Vortrag halten, darum werde ich die Problematik einfach erklären. Ein Autobrand war in der Vergangenheit ein Standardverfahren. Die Feuerwehr kommt, hält den Wasserschlauch auf das Auto und Wasser marsch! Nach 10–15 Minuten war aus meiner Erfahrung der Brand gelöscht. Das geht mit dem Elektrofahrzeug nicht. Denn es handelt sich hier genaugenommen um komplexe Chemie, die einen Metallbrand auslösen kann. Dieser Brand ist toxisch. Ein Metallbrand kann sich explosionsartig ausbreiten und ist äußerst schwer zu löschen. Es handelt sich um einen Klasse-D- Brand, der laut Brandklassen mit Pulver zu löschen ist. Mit diesem Mittel ist der Brand jedoch nicht unter Kontrolle zu bekommen. Überwiegend kommt Wasser zum Einsatz. Beispielsweise werden Fahrzeuge in einem Container komplett geflutet oder bei einer erkennbaren thermischen Reaktion nur teilweise, also nur so weit, um die Batterie zu kühlen. Bei der Löschaktion werden ca. 10.000 Liter Wasser benötigt, die anschließend konterminiert sind und entsorgt werden müssen. Für viele scheint es unverständlich, dass man es bis heute nicht geschafft hat, das Gefährdungspotenzial von Lithium-Ionen-Akkus zu klassifizieren. Die vielen unterschiedlichen Batterietypen erschweren natürlich die Einschätzungen. Meine Einstellung zur E-Mobilität werde ich hier kundtun, grundsätzlich gilt die Technik als zuverlässig. Wir sollten uns jedoch ein wenig damit auseinandersetzen. Denn ich habe festgestellt, dass viele Versicherte gar nicht wissen, das sie beim Laden der Akkus diese nicht unbeaufsichtigt lassen dürfen. Im Schadensfall würden sie sonst leer ausgehen. Bei einem Metallbrand werden toxische Schadstoffe freigesetzt, die Wohnung wird unbewohnbar und muss saniert werden. Wenn sie Glück haben, wird die Versicherung 20 % übernehmen. Es ist wichtig, dass wir über solche Themen sprechen. Nachhaltig und klimaneutral wollen wir alle sein, die eigene Gesundheit und unsere finanzielle Existenz wollen wir aber dabei nicht riskieren.

Kommen wir auf die Aussage vom Geschäftsführer des GDV zurück. Vier E-Fahrzeuge stehen nebeneinander auf der Fähre und eines brennt! Ok, jeder weiß, was ich jetzt sagen will. Es müssen neue Konzepte für Autofähren her. Beispielsweise könnten Elektrofahrzeuge in einzelnen Garagen-Containern auf den Fähren befördert werden, die von Wärmebildkameras überwacht werden. Außerdem könnten Katalysatoren installiert werden, um die giftigen Gase im Brandfall aufzunehmen oder zu verarbeiten.

Zurzeit handeln die Reedereien verantwortungsvoll den anderen gegenüber. Es wird aus meiner Sicht eine Herausforderung sein, den gewachsenen Anforderungen der Technik nachzukommen. Autofähren befördern in der Zukunft nicht nur PKW, sondern auch LKW, die mit Wasserstoff angetrieben werden. Ein Thema, das nicht nur technisch explosiv und toxisch ist, sondern auch aufgrund der unterschiedlichen Meinungen Sprengkraft hat.
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