Empfohlen Pressemitteilung: Oldtimer-Gutachten nur durch qualifizierte Sachverständige – Drei Verbände einigen sich auf gemeinsame Positionen zur historischen Mobilität
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Sebastian Heldt -
18. November 2025 um 11:59 -
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Rennerod, 27. Oktober 2025 – Auf Initiation von unserem Oldtimer-Experten und Vorstandsmitglied Roberto Galifi, haben sich der VKS Verband der unabhängigen Kraftfahrzeug-Sachverständigen e.V., der DEUVET Bundesverband Oldtimer Youngtimer e.V. und der BVSK Bundesverband der freiberuflichen und unabhängigen Sachverständigen für das Kraftfahrzeugwesen e.V., auf eine Reihe gemeinsamer Positionen zur Zukunft der historischen Mobilität verständigt. Im Mittelpunkt stehen der Erhalt des automobilen Kulturguts, klare Qualitätsstandards für Gutachten und Bewertungen, der umweltgerechte Betrieb klassischer Fahrzeuge sowie ein sachlicher Umgang mit Themen wie Ersatzteilversorgung und Zulassung.
Historische Fahrzeuge sind rollendes Kulturgut und sollten auch so behandelt werden
Die Verbände betonen, dass historische Fahrzeuge einen wichtigen Beitrag zur technischen und kulturellen Erinnerung leisten. Ihre Nutzung verursache nur einen geringen Anteil an Verkehrs- und Umweltbelastung. Auch beim sich abzeichnenden Zuwachs an Fahrzeugen mit H-Kennzeichen sehen die Verbände keinen Handlungsbedarf: Die Gesamtbelastung werde auch in den kommenden Jahren aller Voraussicht nach auf niedrigem Niveau bleiben.
Verschärfungen der H-Kriterien lehnen die Verbände ab, da sie vor allem Fahrzeuge im unteren Preissegment treffen und damit den Blick auf die Mobilität vergangener Jahrzehnte verzerren würden. Zudem stellt sich ohnehin die Frage, wie die moderne Fahrzeugelektronik auf längere Standzeiten reagiert und wie lange diese Fahrzeuge daher dem Oldtimer-Bestand erhalten bleiben. Maßnahmen, die den Betrieb historischer Fahrzeuge durch regenerative Kraftstoffe, geregelte Ersatzteilmärkte oder Ausnahmeregelungen bei Materialverboten erleichtern, werden ausdrücklich begrüßt.
„Oldtimer sind rollendes Kulturgut – ihr Erhalt und ihre sachgerechte Nutzung liegen im gesellschaftlichen Interesse“, sagte DEUVET-Präsident Dr. Ekkehard Pott nach dem gemeinsamen Treffen.
Sachverständigenarbeit gewinnt an Bedeutung
Das aktuelle BGH-Urteil zur Verwendung von Zustandsnoten in Verkaufsanzeigen wird nach Einschätzung der drei Verbände die Anforderungen an Gutachten deutlich erhöhen. Künftig werde es häufiger erforderlich sein, ausführliche und differenzierte Gutachten zu erstellen. Damit wachse auch der Bedarf an weiterer Qualifizierung im Sachverständigenwesen.
Sachverständige nur mit nachgewiesenem Sachverstand
Ein zentrales Ergebnis der Abstimmung betrifft daher auch die Qualifikation von Sachverständigen. Gutachten und Bewertungen klassischer Fahrzeuge sollten ausschließlich durch nachweislich qualifizierte Fachleute erstellt werden. Grundlage hierfür ist die VDI-MT 5900 Blatt 2, die die Mindestanforderungen an die Qualifikation von Kfz-Sachverständigen beschreibt.
Darüber hinaus empfehlen die Verbände eine zusätzliche Spezialisierung auf historische Fahrzeuge, um den besonderen Anforderungen an Originalität, Dokumentation und Erhaltungszustand gerecht zu werden. Der VDI arbeitet hierzu – u. a. unter Mitwirkung des VKS und BVSK – an einer Ergänzung der Richtlinie (VDI-MT 5900 Blatt 2.1), die künftig verbindlichen Maßstäbe für Oldtimer-Gutachten festlegen soll.
Auch der VKS und BVSK wollen sich in den kommenden Monaten stärker auf gemeinsame Qualitätsstandards für „Oldtimer-Sachverständige“ verständigen, um ein einheitliches, nachvollziehbares und verlässliches Bewertungsniveau zu schaffen.
Transparenz und Verantwortung bei der Originalität
Bei der Beurteilung der Originalität historischer Fahrzeuge verweisen die Verbände auf die Verantwortung der Eigentümer, Änderungen und Modifikationen transparent zu dokumentieren. Technische Verbesserungen – etwa im Bereich Sicherheit oder Umwelt – seien möglich, sofern sie nachvollziehbar und fachgerecht umgesetzt werden. Gezielte Verfälschungen von Identitäten oder Manipulationen zur Gewinnerzielung lehnen die Verbände ausdrücklich ab und unterstützen rechtliche Schritte dagegen.
Konstruktiver Dialog für die historische Mobilität
Die Verbände setzen sich für einen sachlichen und lösungsorientierten Dialog über die Zukunft der historischen Mobilität ein. Dabei geht es nicht nur um den kulturellen Wert klassischer Fahrzeuge, sondern auch um die praktischen Rahmenbedingungen für ihren langfristigen Betrieb.
Im Mittelpunkt stehen insbesondere Fragen der Verfügbarkeit geeigneter Kraftstoffe, der Versorgung mit Ersatzteilen sowie eine praxisgerechte Umsetzung der geplanten EU Altautoverordnung. Die Verbände wollen dazu den Austausch mit Behörden, Industrie und Politik intensivieren, um tragfähige und unbürokratische Lösungen zu entwickeln.
Ziel ist es, historische Fahrzeuge als Teil des technischen Kulturerbes zu bewahren und zugleich nachhaltige Perspektiven für ihre Nutzung zu schaffen – im Einklang mit modernen Umwelt-, Sicherheits- und Verbraucherschutzstandards.
Über die Verbände
Der VKS Verband der unabhängigen Kraftfahrzeug Sachverständigen e.V. repräsentiert bundesweit freie und unabhängige Gutachter mit Schwerpunkt auf Fahrzeugbewertung und Schadengutachten.
Der DEUVET Bundesverband Oldtimer-Youngtimer e.V. ist der Dachverband der deutschen Oldtimer- und Youngtimer-Clubs und vertritt die Interessen der Halter klassischer Fahrzeuge auf nationaler und europäischer Ebene.
Der BVSK e.V. als einer der größten freiberuflichen und unabhängigen Kfz-Sachverständigen Verbände in Deutschland
Kontakt
VKS e.V. Bundesgeschäftsstelle, Hauptstraße 80, 56477 Rennerod
Telefon: 02664 990950, info@vks-24.de, http://www.vks-24.de
Michael L. Rettinger, Vorsitzender des VKS e.V.
Andree Ballin, Präsident des VKS e.V.
Roberto Galifi, Ressort für Öffentlichkeitsarbeit des VKS e.V.
DEUVET Bundesverband Oldtimer-Youngtimer e.V.
Jan Hennen, Vizepräsident für Kommunikation, kommunikation@deuvet.de
BVSK e.V.
Menzelstr. 5, 14467 Potsdam
Annegret Kuchar
Telefon: 0331 236 059 14, kuchar@bvsk.de, http://www.bvsk.de