Darf sich ein Sachverständiger auf die BVSK-Honorarbefragung berufen, wenn er nicht Mitglied ist? Das Landgericht Leipzig sagte nein. Das Landgericht Schweinfurt sagt ja. Wir haben diese Frage vor einem Jahr anders beantwortet als heute — und erklären, warum.
Der ZKF und die HUK-COBURG sollen sich auf eine vereinfachte Schadenabwicklung verständigt haben: bis 3.000 Euro ohne Kürzung, wenn Geschädigte auf Sachverständigen und Anwalt verzichten. Was dabei auf dem Spiel steht.
Versicherer legen zunehmend Prüfberichte vor, die Gutachten widersprechen sollen. Amtsgerichte weisen sie zurück — mit einer Begründung, die jeder Sachverständige kennen sollte. Doch die nächste Generation dieser Berichte ist schon unterwegs.
Im Januar 2024 hat der BGH das Werkstattrisiko in einer Serie von Entscheidungen geordnet. Zweieinhalb Jahre später zeigt sich an den Instanzgerichten, was davon trägt — und mit welchen drei Mustern Versicherer weiter kürzen.
Ein Geschädigter ließ sein Fahrzeug im Urlaub in der Türkei reparieren und schwieg über die Kosten. Der BGH musste klären, ob das seinen Anspruch schmälert. Die Antwort führt zum Kern des Schadensrechts: Geschuldet ist der erforderliche Betrag, nicht der angefallene.
Der BGH hat am 24. März 2026 entschieden, dass ein Geschädigter, der sein Fahrzeug bisher ausschließlich in der Markenwerkstatt warten ließ, auch bei fiktiver Abrechnung nicht ohne Weiteres auf eine günstigere freie Werkstatt verwiesen werden kann. Selbst dann nicht, wenn er tatsächlich in einer freien Werkstatt hat reparieren lassen.
Man stelle sich das einmal bildlich vor: Der Nachbar empfiehlt der Nachbarin eine Tablette gegen Kopfschmerzen – und schickt ihr danach eine Rechnung, als wäre er ein approbierter Arzt. Absurder Gedanke? Genau so klingt es, wenn ein selbsternannter „Gutachter“ glaubt, mit der Keule der „üblichen Honorare“ ordentlich abkassieren zu können – ohne Qualitätsnachweis, ohne Verbandseinbindung, ohne klare Honorarvereinbarung.
Teure Scheinausbildung –für rund 28.000 Euro . Wenn Sachverständige ohne Grundlagen auf Kunden losgelassen werden. In den vergangenen 2 Wochen wurde ich mehrfach gefragt, wie es sein kann, dass Lehrgänge zum Kfz-Sachverständigen staatlich finanziert werden – etwa durch Jobcenter oder Rentenversicherungsträger – obwohl die Absolventen weder die Voraussetzungen der Berufsverbände erfüllen noch über grundlegende technische oder juristische Kenntnisse verfügen. Eine Frage, die nicht nur legitim, sondern angesichts der aktuellen Entwicklung alarmierend ist.
Der Bundesgerichtshof hat dem Wildwuchs bei Online-„Zertifikaten“ einen Riegel vorgeschoben. Doch während unseriöse Anbieter gestoppt werden, leiden jetzt auch seriöse Fortbildungen. Ein Kommentar zur aktuellen Rechtslage. Von Roberto Galifi, Kfz-Sachverständiger VKS e.V. und Motorjornalist VDM e.V.
Fahrradfahren erfreut sich weltweit zunehmender Beliebtheit, sei es als umweltfreundliche Alternative zum Auto, als sportliche Betätigung oder einfach als praktisches Fortbewegungsmittel im urbanen Raum. Mit der steigenden Anzahl von Fahrradfahrern auf den Straßen wächst jedoch auch die Notwendigkeit, die Rechte und Pflichten dieser Verkehrsteilnehmer klar zu definieren und zu kommunizieren. Dieser Artikel beleuchtet die rechtlichen Rahmenbedingungen für Fahrradfahrer, ihre Pflichten im Straßenverkehr und die Maßnahmen, die zur Förderung eines sicheren Miteinanders aller Verkehrsteilnehmer beitragen können.
Versicherungsbetrug ist kein neues Phänomen, doch im digitalen Zeitalter haben sich die Methoden der Betrüger weiterentwickelt und verfeinert. Mit der zunehmenden Digitalisierung und dem Einsatz moderner Technologien sind sowohl die Möglichkeiten für Betrüger als auch die Werkzeuge zur Aufdeckung von Betrug vielfältiger geworden. Dieser Artikel beleuchtet die neuen Methoden des Versicherungsbetrugs und die Gegenmaßnahmen, die Versicherungen und Behörden ergreifen, um diesen zu bekämpfen.
Die zunehmende Verbreitung von E-Scootern im urbanen Raum hat in den letzten Jahren nicht nur das Mobilitätsangebot bereichert, sondern auch neue Fragestellungen hinsichtlich Haftung und Rechtslage aufgeworfen. In der folgenden Abhandlung wird zunächst die juristische Einordnung dieser Fahrzeuge beleuchtet, bevor die Herausforderungen in der Beweisführung, die Verantwortung der Anbieter sowie die aktuelle gerichtliche Praxis eingehend erörtert werden. Dabei zeigt sich, dass sich der rechtliche Diskurs im Spannungsfeld zwischen innovativen Verkehrskonzepten und etablierten Regulierungen bewegt und kontinuierlich an die sich wandelnden Rahmenbedingungen angepasst werden muss.
Ein Verkehrsunfall kann weitreichende Folgen haben, insbesondere wenn das Fahrzeug einen Totalschaden erleidet. Für viele Menschen ist das Auto ein unverzichtbares Fortbewegungsmittel, und der Verlust der Nutzung kann erhebliche Unannehmlichkeiten und finanzielle Belastungen mit sich bringen. Der Bundesgerichtshof (BGH) hat in einem aktuellen Urteil (VI ZR 123/23) wichtige Klarstellungen zur Nutzungsausfallentschädigung getroffen, die für Geschädigte von großer Bedeutung sind.
Fahrerflucht, auch als Unfallflucht bekannt, ist ein ernstes Thema im Straßenverkehr. Es handelt sich dabei um das unerlaubte Entfernen vom Unfallort, was nach § 142 des Strafgesetzbuches (StGB) als Straftat gilt. Doch in den letzten Jahren gab es Diskussionen und Reformvorschläge, die darauf abzielen, die rechtlichen Regelungen zu modernisieren und an die Realität anzupassen. Hier ein Überblick über die aktuelle Situation, die geplanten Änderungen und wie man sich im Falle einer Fahrerflucht richtig verhält.
Am 28. Januar 2025 fällte der Bundesgerichtshof (BGH) ein wegweisendes Urteil (VI ZR 300/24) zur fiktiven Schadensabrechnung bei Verkehrsunfällen. Dieses Urteil hat erhebliche Auswirkungen auf die Art und Weise, wie Schadensersatzansprüche geltend gemacht und berechnet werden.
BGH Urteil vom 02.07.2024 - VI ZR 211/22 - In der Welt der Kfz-Schadensregulierung spielt der Restwert eines Fahrzeugs eine zentrale Rolle. Nach einem Unfall stellt sich für viele Fahrzeughalter die Frage, wie viel ihr beschädigtes Fahrzeug noch wert ist und wie dieser Wert korrekt ermittelt wird. Am 02. Juli 2024 hat der Bundesgerichtshof (BGH) mit seinem Urteil (VI ZR 211/22) neue Maßstäbe gesetzt und die Berechnung des Restwerts präzisiert. Dieses Urteil hat nicht nur Auswirkungen auf private Fahrzeughalter, sondern auch auf gewerbliche Geschädigte und Leasingfirmen
AG Mitte Urteil vom 11.07.2024 - 122 C 263/23 V [...]Die in Rechnung gestellten Verbringungskosten liegen unter denjenigen für ein -- nur einmaliges -- Umsetzen eines Fahrzeugs durch die nicht gewinnorientiert arbeitende Polizei.[...]
Wer unverschuldet in einen Unfall verwickelt wird, muss sich um seinen Schadenersatz keine Sorgen mehr machen. Der Bundesgerichtshof ist die oberste Instanz der deutschen Rechtsprechung. Die Einheitlichkeit der Rechtsprechung wird durch den Bundesgerichtshof gewährleistet. Der 16. Januar 2024 und der 12.März 2024 waren für den Geschädigten ein sehr gutes Datum.
AG Hattingen Urteil vom 25.3.2019 – 6 C 181/17 Immer wieder streiten der Unfallgeschädigte und der eintrittspflichtige Versicherer nach einem Verkehrsunfall über die Höhe der eingetretenen Schäden. Besonders streitig sind dabei die Kosten der Ersatzbeschaffung im Falle eines wirtschaftlichen Totalschadens. Für die Berechnung des Schadens ist dabei von größter Wichtigkeit der Wiederbeschaffungswert, weil von diesem der Wiederbeschaffungsaufwand maßgeblich abhängt.
Die von dem vom Geschädigten eingeschalteten Sachverständigen berechneten Kosten sind nach wie vor Gegenstand von Kürzungen durch die einstandspflichtige Kfz-Haftpflichtversicherung des Schädigers. Auch wenn zwischen dem Geschädigten und dem von ihm beauftragten Kfz-Schadensgutachter eine Honorarvereinbarung getroffen wurde, und damit der vereinbarte Honorarbetrag mit den vereinbarten Nebenkosten und Mehrwertsteuer darauf als vom Geschädigten auszugleichender Betrag feststeht, weil der Geschädigte insoweit mit einer Zahlungsverpflichtung belastet wird, die ihren Grund in dem Unfallereignis hat, kürzen die eintrittspflichtigen Kfz-Haftpflichtversicherer die so berechneten Sachverständigenkosten.