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Fiat 500X im Test: Kultkugel im Kompaktformat
- Autor
- Roberto Galifi
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Die 500 hat sich für Fiat geradezu zur Glückszahl entwickelt. Im letzten Jahr entfielen fast die Hälfte aller Fiat-Neuzulassungen in Deutschland auf die Cinquecento-Modelle. Kein Wunder, denn inzwischen haben die Italiener den Dreh heraus und bemühen die Typenbezeichnung mit Kultstatus nicht nur für den knuffigen Dreitürer und die Frischluftversion 500C mit dem riesigen Rolldach, sondern auch für gleich drei Minivans (500L, 500L Trekking und 500L Living) sowie für ein kompaktes Mehrzweckfahrzeug, eben den 500X.
Dem Designerteam um Roberto Giolito ist es gelungen, die ikonischen Gene der 500-Baureihe auf den 500X zu übertragen. Dazu zählen die Linienführung der Karosserie und die rundlichen Kulleraugenscheinwerfer ebenso wie der „Schnurrbart“, gemeint ist die verchromte Querspange, in deren Mitte das rote Markenlogo prangt. Verstärkte Radläufe und Türprofile, Schutzschweller sowie größere Räder und eine auf 17,9 Zentimeter erhöhte Bodenfreiheit verleihen dem 500X einen muskulösen Auftritt, was nicht ungewollt ist. In einem spaßigen Werbefilmchen muss eine zufällig in den Tank gefallene Potenzpille als Anreger herhalten, damit aus dem dreitürigen 500 der gut 70 Zentimeter längere Fünftürer 500X wird.
Die Topausstattungslinie Cross Plus bietet nicht nur kernigere Offroad-Look mit dem angedeuteten Frontbügel, sondern auch diverse dunkel satinierte Exterieurdetails. Dazu kommt der matt grau gefärbte Armaturenbretteinsatz, der den Innenraum allerdings ziemlich trist wirken lässt. Dabei gibt es für andere Ausstattungsniveaus herrlich frische und poppige Farben, die sich an der Außenlackierung orientieren. So aber bleiben die feuerroten Zeiger der Rundinstrumente der einzige Farbklecks – allerdings reichen die Zeiger nicht einmal bis zu der Skala. Um das gefahrene Tempo trotzdem gut ablesen zu können, besteht immerhin die Möglichkeit, sich riesige Digitalzahlen anzeigen zu lassen.
Der 1.368 Kubikzentimeter große Turbobenzinmotor ist mit 170 PS die neue Spitzenmotorisierung der 500X-Familie. Damit legt der Allradler, dessen Antriebskräfte selbsttätig bis zu 100 Prozent auf Vorder- oder Hinterachse geleitet werden, recht sportliche Fahrleistungen auf den Asphalt, auch wenn man die Agilität des Fiat 500X gar nicht so sehr empfindet. Ursache dafür könnte die serienmäßige Neunstufenautomatik sein, die mit dem Aggregat etwas fremdelt und besonders im kalten Zustand reichlich zäh wirkt.
Auf jeden Fall fiel der Kb-Testverbrauch von 9,2 Liter Super auf 100 Kilometer deutlich zu hoch aus, zumal der Tankinhalt für diesen Spritdurst mit nur 48 Litern viel zu knapp bemessen ist. Dabei war aufgrund der Witterungsverhältnisse eine eher zurückhaltende Gangart angesagt. Und auch das Sportprogramm, das spürbar Einfluss nimmt auf Motorsteuerung, Ansprechverhalten der Bremsen, Lenkung und Arbeitsweise des Getriebes, nahmen wir nur sehr selten in Betrieb. Mit einer Länge von 4,27 Metern spielt der Fiat 500X 1,4 Multiair 4x4 Cross Plus in der Kompakt-Liga. Dennoch geht es auf den Fondplätzen nicht über Gebühr eng zu. Unbequem ist lediglich der Mittelplatz, für den die typisch runde Kopfstütze nur als Extra zu haben ist. Serienmäßig ist dagegen der doppelte Laderaumboden. Mit 350 Liter Fassungsvermögen ist das Gepäckabteil einigermaßen geräumig. Durch Umklappen der im Verhältnis 60:40 geteilten Rücksitzlehne erhöht sich der Stauraum bei allerdings leicht ansteigender Ladefläche auf 1.000 Liter.
Bei Pizzabäcker Vincenzo steht demnächst ein Autokauf an, denn der Fiat 500X 1,4 Multiair 4x4 Cross Plus hat es ihm angetan. Nur bei der Motorisierung wird er vermutlich eine andere Wahl treffen.
Im Detail: Fiat 500X 1,4 Multiair 4x4 Cross plusFahrzeugsegment: Kompakt-SUV; |
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Quellen
- Text: Thomas G. Zügner (Kb)