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Jeep Cherokee im Test: Ein Indianer spannt die Muskeln an
- Autor
- Roberto Galifi
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Der nach einem nordamerikanischen Indianervolk benannte Wagen zeigt die moderne Interpretation des Jeep-Stils und weist eine unverwechselbare Optik auf. Die traditionellen sieben vertikalen Lüftungsschlitze sind mit dickem Chromschmuck umrandet. Ihr interessanter horizontaler Knick macht die sogenannte Wasserfall-Motorhaube aus. LED-Tagfahrlichter sind in schmale Schlitze integriert, die eigentlichen Scheinwerfer sind ein Stück tiefer platziert. Jeep-typisch trägt der Cherokee eckige Radkästen. Dagegen ist die ziemlich glattflächige Heckpartie eher etwas einfallslos ausgefallen.
Mit seinen 200 PS zeigt der neue Topdiesel erstaunliches Temperament. Der Motor vermittelt zu keiner Zeit den Eindruck, knapp zwei Tonnen Leergewicht auf Trab bringen zu müssen. Zwar stehen die 440 Newtonmeter maximale Zugkraft für einen Diesel erst relativ spät bei 2.500 Umdrehungen zur Verfügung. Aber schon bei 1.500 Touren ruft das Triebwerk drei Viertel seines Drehmomentmaximums ab. Die Kraftentfaltung erfolgt dabei weniger explosiv, seine Muskeln spannt der Krieger eher linear an. Eine harmonische Verbindung mit dem Selbstzünder bildet das feine Neunstufenautomatikgetriebe.
Bescheiden wie ein Indianer fallen die Trinksitten des Cherokee aus. Im Kb-Testdurchschnitt kam er mit weniger als sieben Liter „Feuerwasser“ im Schnitt 100 Kilometer weit (180 g/km CO²). Dank eines neuen Abgasreinigungssystems benötigt der Selbstzünder den Harnstoffzusatz Ad-Blue nicht, um die Abgasgrenzwerte zu erfüllen – ganz im Gegensatz zu anderen Motoren seiner Leistungsklasse. Das ist praktisch und komfortabel.
Fast schon sportlich agiert das Fahrwerk des SUV, das selbst in dynamisch umrundeten Biegungen kaum Seitenneigung zeigt. Schlechte Wegstrecken werden anständig weggebügelt, so dass die Insassen den Komfort in ihrem mit Nappa beledertem Gestühl genießen können. Dass ein Jeep auch auf unwegsamem Terrain ein ausgezeichnetes Bild abgibt, gehört zum guten Ton der gehobenen Offroad-Marke im Fiat-Chrysler-Konzern. Dabei bildet der Cherokee mit seiner Bodenfreiheit von 15,7 Zentimetern keine Ausnahme. Über vier Fahrprogramme, die man über einen Schalter auswählt, lässt sich der permanente Allradantrieb den äußeren Bedingungen und der Beschaffenheit des Bodens anpassen. Im Auto-Modus bewegt sich die variable Drehmomentverteilung zwischen den Achsen im Bereich von 100:0 bis 0:100 Prozent.
Großzügig bemessen sind die Knie- und Beinfreiheit im Fond. Dort reisen die Passagiere auf einer um 15 Zentimeter verschiebbaren Rücksitzbank. Die äußeren Plätze sind angenehm und leicht geformt, wer aber in der Mitte Platz nehmen muss, sitzt auf einem schmalen und unbequemen Notbänkchen.
Unter die (labbrige) Gepäckraumabdeckung passen 412 Liter. Wird die im Verhältnis 60:40 geteilte Rücksitzlehne umgeklappt, vergrößert sich das Ladevolumen hinter der elektrischen Heckklappe auf 1.267 Liter. Will man höhere Gegenstände transportieren, sollte man allerdings beachten, dass die lifestylemäßig schräge Heckscheibe unter Umständen den nötigen Raum nimmt.
Auch wenn es den Jeep-Ingenieuren noch nicht wie ihren italienischen Kollegen in Fiat-Autos gelungen ist, für ein automatisches Fahrlicht zu sorgen, ist die Ausstattung des in Toledo im US- Bundesstaat Ohio gebauten Cherokee 2,2 Multijet Allrad Limited sehr umfassend. Sie reicht vom schlüssellosen Zugang und Navigationsgerät über Rückfahrkamera und Bi-Xenon-Scheinwerfern bis zur Soundanlage mit 506 Watt und zehn Lautsprechern. Leider muss man erst ein 2.250 Euro teures Technikpaket ordern, um Spurhalter, Totwinkelassistent mit hinterer Bewegungserkennung, automatischen Einparker und die im Winter wunderbare Lenkradheizung zu erhalten. Serienmäßig sind dagegen beleuchtete Getränkehalter vorn. Typisch Ami.
Im Detail: Jeep Cherokee 2,2 Multijet Allrad LimitedFahrzeugsegment: SUV; |
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Quellen
- Text: Thomas G. Zügner (Kb)
- Fotos: Hersteller