Marken 4 Min. Lesezeit
Ford Mondeo 2,0 TDCI 4x4 Titanium
- Autor
- Roberto Galifi
- Veröffentlicht
- Zuletzt geprüft
- Lesezeit
- 4 Minuten
- Ressort
- Marken & Modelle
- Quellen
- 2 belegte Quellen
Ob es so gewollt war, darüber kann nur spekuliert werden, 007-Geheimagent James Bond hätte aber sicherlich seine Freude daran: Der riesige, an das Maul eines gefräßigen Raubfischs erinnernde Kühlergrill mit seiner verchromten Trapezform erinnert stark an die britische Sportwagenschmiede Aston Martin, an der Ford bis vor rund einem Jahrzehnt die Mehrheitsanteile hielt. Die augenfälligen Auswölbungen auf der Motorhaube signalisieren Kraft, eine Falzlinie in der Karosserie zieht sich dynamisch von den Scheinwerfern bündig über die Türgriffe bis zu den Heckleuchten. Schnittig wirkt die Coupé-Linienführung der fünftürigen Schräghecklimousine, doch durch die extrem schräg stehende Heckscheibe ergibt sich ein relativ schmaler Schlitz, der die Sicht nach hinten ein wenig einschränkt.
Das virtuelle Cockpit ist farbig gestaltet, zum Leben erwacht es beim Einschalten der Zündung. Zahlreiche Informationen sind in die beiden Rundinstrumente integriert, so dass ein umständliches Aufrufen versteckter Menüs weitgehend entfällt. Das LED-Display dazwischen zeigt unter anderem einen Kompass, der nach unserer Auffassung reichlich überflüssig ist. Besser wäre hier beispielsweise ein digitaler Tachometer, zumal die schönen blauen Zeiger der Analogskala leider etwas kurz ausgefallen sind. Obwohl die Zahl der Bedienungsknöpfe reduziert wurde, lassen sich die wichtigsten Einstellungen intuitiv per Knopf- oder Tastendruck vornehmen. Eher seltene Funktionen wie die (aufpreispflichtige) Lenkradheizung erfordern dagegen Herumgetippe auf dem berührungsempfindlichen Bildschirm.
Das Platzangebot im Ford Mondeo fanden wir überaus reichlich bemessen. Über eine besonders üppige Knie- und Beinfreiheit können sich die Fondpassagiere freuen, was bei einer ausgewachsenen Mittelklasselimousine von 4,87 Meter Länge aber auch erwartet werden darf. Größere Staturen könnten sich höchstens an der extrem coupéhaft verlaufenden Dachlinie stören. Mit einem Volumen des sehr tiefen Kofferraums von 541 Litern, das sich durch Umklappen der im Verhältnis 60:40 geteilten Rücksitzlehne auf 1.437 Liter erweitern lässt, kann der Fünftürer sogar mit manchem Kombi mithalten. Die leichte Schräge des Ladeabteils dürfte im Alltag in der Regel zu vernachlässigen sein.
Mit 150 PS ist der Mondeo 2,0 TDCi 4x4 die schwächere von zwei längst überfälligen Allradvarianten, die zum allerersten Mal für die Modellfamilie zur Verfügung stehen. Der laufruhige Turbodiesel ist kein Sportmotor mit explosiver Leistungsentfaltung, sondern eher ein Gleiter für die Langstrecke mit kontinuierlicher Kraftentwicklung, ohne behäbig zu wirken. Immerhin stehen 350 Newtonmeter Zugkraft schon bei niedrigen Drehzahlen zur Verfügung. Trotz des ordentlichen Drehmoments sind aber häufige Gangwechsel nötig, weil das Getriebe ziemlich lang übersetzt ist, was wohl den Verbrauch drücken soll. Schade fanden wir nur, dass die Bedienung durch die etwas langen Schaltwege nicht optimal erfolgt. Versöhnlich stimmte uns immerhin der Spritdurst, der sich im Testbetrieb nur selten über der Sieben-Liter-Marke bewegte.
Leicht schwammig und indifferent arbeitet die Lenkung. Dass sich der Mondeo dennoch erstaunlich agil und zügig um Kurven scheuchen lässt, liegt am fantastischen Allradantrieb, der geradezu für eine Verzahnung mit der Straße sorgt. Die Vierradtechnologie arbeitet variabel und sorgt laut Ford innerhalb von 100 Millisekunden für eine Kraftverteilung zwischen den Achsen. Bei Bedarf werden bis zu 100 Prozent des Motormoments an die Hinterräder geschickt, so dass auch bei Nässe oder rutschiger Fahrbahn immer genügend Traktion vorhanden ist.
Im Detail: Ford Mondeo 2,0 TDCI 4x4 TitaniumFahrzeugsegment: Fließhecklimousine der Mittelklasse; |
Weitersagen
Bitte von Hand kopieren.
Quellen
- Text: Thomas G. Zügner (Kb)
- Foto: Hersteller