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Donnerstag, 20. August 2026 Unabhängig zu Unfallrecht, Gutachten und Schadenregulierung

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Politik 2 Min. Lesezeit

Sachverständigenwesen: Ein Markt fast ohne Regeln

Kurz gefasst Ein Kommentar aus der Praxis – die Unfallzeitung ruft zum Handeln auf Was ist passiert? Die Kfz-Berufsverbände schlagen Alarm. Der Gesetzgeber sieht tatenlos zu, während der Markt der Sachverständigen immer mehr zum Tummelplatz für Unqualifizierte und Kriminelle wird. Die Versicherer?
Roberto Galifi Herausgeber
Autor
Roberto Galifi
Veröffentlicht
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Lesezeit
2 Minuten
Ressort
Politik & Umwelt
Quellen
1 belegte Quelle
„Rechtsfreier Raum im Sachverständigenwesen? – Warum der Gesetzgeber jetzt handeln muss“
Bild: Unfallzeitung.de

Ein freier Beruf – aber ohne jede Kontrolle?

Frage: Warum bist du – als erfahrener Sachverständiger – so wütend?
Antwort: Weil ich jeden Tag sehe, wie der Begriff „Kfz-Sachverständiger“ missbraucht wird. Die Berufsbezeichnung ist nicht geschützt. Jeder, wirklich jeder, kann sich so nennen – ganz gleich, ob er Mechaniker, Bäcker oder Ex-Banker ist. Ein Kurs bei einem dubiosen Bildungsträger, zwei Tage Schulung, ein Zertifikat – und fertig ist der „Gutachter“. Bezahlt vom Jobcenter. Vom Steuerzahler!

„Wie bitte? Zwei Tage?“

Ja.
Zwei Tage reichen manchen Anbietern – ohne Fachpraxis, ohne technische Ausbildung, ohne Verantwortung.
Und was macht der Gesetzgeber? Nichts.
Statt klare Zulassungsvoraussetzungen zu schaffen – etwa eine Meisterprüfung, ein Studium oder eine Akkreditierung nach DIN EN ISO 17024 – bleibt der Markt offen für jeden.
Sogar Titel aus dem Ausland (teilweise gekauft!) werden anerkannt.

Die Folgen: Betrug, Unsicherheit, Gefahr

Ich sehe Fälle, da werden Fahrzeuge bewusst als Totalschaden eingestuft, nur um sie später günstig aufzukaufen und mit sattem Gewinn weiterzuverkaufen.
Ich sehe Richter, die sich mit geladenen Gutachtern nicht verständigen können – weil diese nicht einmal Deutsch sprechen.
Ich sehe Gutachten, die sicherheitsrelevante Schäden übersehen – weil der „Sachverständige“ gar nicht versteht, was er da sieht.

Der Verbraucher hat keine Chance

Auf dem Papier sieht alles seriös aus: Stempel, Logo, vielleicht sogar ein angeblicher Verband.
Aber der normale Geschädigte erkennt nicht, ob der Gutachter wirklich qualifiziert ist.
Er denkt: „Wenn da Sachverständiger draufsteht, wird schon Sachverstand drin sein.“
Falsch gedacht.

Die Lösung? Transparenz und Verbandsbindung

Deshalb unser Appell:
Lieber Geschädigter, lieber Werkstattpartner: Beauftrage nur Sachverständige, die einem anerkannten Berufsverband wie dem VKS e.V. oder dem BVSK e.V. angehören.
Nur dort gelten klare Aufnahmekriterien, regelmäßige Weiterbildung und ethische Grundsätze.
Nur dort kannst du sicher sein: Der Gutachter kennt nicht nur die Technik, sondern auch die Rechtsprechung.

Unser Hilfeschrei an Medien und Politik:

  • Schützt die Bezeichnung „Kfz-Sachverständiger“ – durch gesetzlich geregelte Zugangsvoraussetzungen.
  • Schließt Schnellkurse und Zertifikatsverkäufer aus dem Markt aus.
  • Stellt sicher, dass nur qualifizierte Fachleute Einfluss auf Schadenssummen, Reparaturentscheidungen und Sicherheit nehmen.
  • Stoppt den Wildwuchs – bevor er zu echtem Schaden führt.

Fazit:

Das Sachverständigenwesen ist in weiten Teilen zum rechtsfreien Raum verkommen. Es ist höchste Zeit, dass der Gesetzgeber handelt. Und wenn er es nicht tut, dann müssen Medien, Verbände und aufgeklärte Verbraucher Druck ausüben.

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Quellen

  • Roberto Galifi