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Hyundai Grand Santa Fe im Test: Sieben Sitze, viel Raum

Kurz gefasst Vincenzo, der Pizzabäcker, kam aus dem Staunen nicht mehr heraus: Stand doch da der Kb- Tester regungslos hinter dem neuen Hyundai Grand Santa Fe 2,2 CRDi 4WD Premium, und plötzlich schwenkt wie von Geisterhand die große Heckklappe des SUV nach oben und öffnet sich.
Roberto Galifi Herausgeber
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Roberto Galifi
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Marken & Modelle
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Symbolgrafik: ein gezeichneter Scheinwerfer mit Lichtkegel, beschriftet mit „Hyundai Grand Santa Fe“.
Bild: Symbolgrafik · Unfallzeitung.de

Nun ist der Automobiljournalist weder Magier oder Hexer, noch verfügt er sonst über übernatürliche Kräfte. Vielmehr war das Phänomen ganz irdischer Natur: Das koreanische Dickschiff erkennt den Autoschlüssel in der Hosentasche, signalisiert dies per Blink- und Piepsignale und setzt dann die Heckklappe automatisch in Gang. Eine manuelle Betätigung an Fahrzeug oder Zündschlüssel ist ebenso wenig erforderlich wie eine manchmal etwas ungelenk erscheinende Kick- oder Tretbewegung im Bereich unterhalb des hinteren Stoßfängers, wie es Fabrikate anderer Hersteller verlangen.

Die traditionelle Geländewagenoptik kann der Grand Santa Fe nicht ganz verleugnen. Allerdings haben sich die Hyundai-Designer alle Mühe gegeben, dies zu kaschieren und dem Wagen einen Schuss Lifestyle aufs Blech zu zaubern. Dazu verpassten sie ihm eine neue Front- und Heckpartie. Der markant gezeichnete Hexagonal-Kühlergrill trägt fett aufgetragenen Chromschmuck, der Unterfahrschutz wurde geändert, und die Nebelscheinwerfer wurden hochkant neben die wie sechs Eiswürfel senkrecht positionierten LED-Tagfahrleuchten angeordnet.

Das Flaggschiff im SUV-Angebot der Südkoreaner ist mit 4,91 Meter Länge eine mehr als stattliche Erscheinung. Gegenüber dem „normalen“ Santa Fe beläuft sich der Zuwachs zwischen den Stoßfängern auf fast 21 Zentimeter, das Mehr an Radstand auf immerhin zehn Zentimeter. So ist es auch kein Wunder, dass im Innenraum des Siebensitzer (bei gleichem Preis gibt es auch eine Version mit sechs Sitzen) kein Mangel an Platz herrscht. Das gilt ebenso für den zwischen 634 (Fünfsitzer) und 1.842 Liter fassenden Kofferraum mit dreigeteilter Rücksitzlehne. Die zweite Sitzreihe ist im Verhältnis 60:40 geteilt und lässt sich um 25 Zentimeter verschieben. Das schafft den nötigen Freiraum für den Zugang zu Reihe drei, auch wenn der Passagier dabei ein gerütteltes Maß an Gelenkigkeit mitbringen sollte.

Auf den beiden mit wenigen Handgriffen aus dem Laderaumboden herausklappbaren Einzelsitzen wird dann allerdings die Luft für Großgewachsene schon etwas dünner. Die Sitzposition ganz hinten ist sehr tief, was die Extremitäten fast wie ein Schweizer Taschenmesser zusammenklappen lässt. Auch ist ein wenig Rücksichtnahme der Passagiere in Reihe zwei nicht von Nachteil.

Der bei der letzten Überarbeitung des kleineren Santa Fe etwas aufgemöbelte Spitzendiesel mit etwas mehr Leistung, deutlich verbessertem Drehmoment und leicht reduziertem Verbrauch treibt auch den neuen Grand Santa Fe an. Der 2,2-Liter-Selbstzünder bringt es auf 200 PS, die keineswegs übermotorisiert erscheinen, müssen sie doch einen leer bereits zwei Tonnen wiegenden Koloss in Bewegung setzen. Das funktioniert auch recht passabel. Der per Kopfdruck aktivierbare und auf Lenkung, Motor und Getriebe einwirkende Sportmodus peppt die Kraftentfaltung spürbar auf, allerdings sollte die Bezeichnung „Sport“ nicht allzu wörtlich genommen werden, denn das etwas behäbige Fahrverhalten macht den koreanischen Riesen eher zum komfortablen Gleiter als zum agilen Kurvenräuber. Die elektromagnetisch gesteuerte Lamellenkupplung des Allradantriebs sorgt schlupfabhängig für eine variable Kraftverteilung vom reinen Frontantrieb bis zu einer 50:50-Aufteilung zwischen den Achsen.

Die Topausstattungslinie Premium hat ihren Namen redlich verdient. Als aufpreispflichtiges Extra ist dann eigentlich nur noch das 2.800 Euro teure Sicherheitspaket ein Muss. Es bietet unter anderem Frontkollisionswarner mit Notbremsung, Totwinkelassistenten, Querverkehrswarner hinten und eine exzellente Rundumkamera. Ein Navigationsgerät ist ebenso serienmäßig an Bord wie die Sitzheizung vorn und auf den beiden Außenplätzen in der zweiten Reihe, das beheizbare Lederlenkrad, die Sonnenrollos an den Fenstern der Fondtüren und die eingangs erwähnte elektrische Heckklappe mit berührungslosem Zugang, die nicht nur Pizzabäcker Vincenzo faszinierte.

Im Detail: Hyundai Grand Santa Fe 2,2 CRDI 4WD Premium Siebensitzer

Fahrzeugsegment: Oberklasse-SUV;
Motor: Vierzylinder-Turbodiesel mit Common-Rail-Direkteinspritzung und 16 Ventilen;
Hubraum: 2.199 ccm;
Leistung: 200 PS/147 kW bei 3.800 U/min.;
Maximales Drehmoment: 440 Nm bei 1.750 bis 2.750 U/min.;
Übersetzung: Sechsstufenautomatik;
Beschleunigung 0 bis 100 km/h: 9,9 sec.,
Höchstgeschwindigkeit: 201 km/h;
Kraftstoffart: Diesel;
Normverbrauch: innerorts: 8,3 Liter/100 km, außerorts: 6,3 Liter/100 km, insgesamt: 7,0 Liter/100 km;
CO2-Emission: 184 g/km;
Abgasnorm: Euro VI;
Energieeffizienzklasse: C;
Im Test: 9,2 Liter/100 km, 243 g/km CO2;
Tankinhalt: 71 Liter;
Theoretische Reichweite: 775 km;
Antrieb: permanenter Allrad;
Maße (Länge/Breite/Höhe): 4.905 mm/1.885 mm/1.695 mm; Radstand: 2.800 mm; Kofferraumvolumen: 634 bis 1.842 Liter;
Leergewicht: 1.995 kg;
Nutzlast: 635 kg;
Zulässiges Gesamtgewicht: 2.630 kg;
Anhängelast (gebremst/ungebremst): 2.000 kg/750 kg;
Wendekreis: 11,2 m;
Bremsen (vorn/hinten): Scheiben innenbelüftet/Scheiben;
Räder: 7,5 J x 18, Leichtmetall;
Bereifung: 235/60 R 18 103 H;
Versicherungstypenklassen: Haftpflicht: 21/Teilkasko: 22/Vollkasko: 22;
Preis: 52.200 Euro.

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Quellen

  • Quelle: KB