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Mazda 6 Kombi 2,2D AWD Sports-Line: Endlich mit Allrad
- Autor
- Roberto Galifi
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„Das ist ein schöner Wagen.“ Der Kb-Autotester wird nicht häufig von Passanten auf seinen fahrbaren Untersatz angesprochen. Beim neuen Mazda 6 Kombi 2,2D AWD Sports-Line aber passierte genau dies.
Fast senkrecht im Fahrtwind steht der mit einer markanten Chromspange und sechs grauen horizontalen Streben geschmückte Kühlergrill. Dessen Dreidimensionalität verleiht dem stattlichen Mittelklassekombi einen kraftvollen Gesichtsausdruck. Die rubinrote Sonderlackierung unseres Testwagens kostet zwar laut Preisliste stattliche 750 Euro extra, steht dem Japaner aber überaus gut. Das finden übrigens auch die Kunden, von denen in Deutschland laut Hersteller mehr als 20 Prozent diese Farbe wählen.
Erstmals in der Mazda 6 Baureihe gibt es Allradantrieb, allerdings nur für den Kombi. 27 Sensoren überwachen die Straßen- und Fahrbahnverhältnisse, eine elektronisch gesteuerte Lamellenkupplung regelt die Momentenverteilung von 100:0 bis 50:50 zwischen Vorder- und Hinterachse. Der Aufpreis von 2.000 Euro für den Allradantrieb ist eine sinnvolle Investition, denn das Flaggschiff der fernöstlichen Marke bietet damit ein neutrales Fahrverhalten und sauberen Grip auch auf nassem oder schmierigem Untergrund. So spurtete der Mazda 6 Kombi AWD eindrucksvoll über die völlig aufgeweichte Zufahrt zu einer tief im Wald gelegenen Hütte. Auf kurvigen Straßen brachte er sogar eine sportliche Note auf den Asphalt.
Der 175 PS starke Vierzylinder-Turbodieselmotor ist vom Vorgänger bekannt. Die Japaner beließen den Direkteinspritzer zudem bei knapp 2,2 Litern Hubraum und folgten nicht dem vielerorts zu beobachtenden Trend zur Verkleinerung. Der Selbstzünder verleugnet seinen Charakter nicht, ist aber trotz seines vor allem unter Last hörbaren Knurrens kein Raubein. Das serienmäßige Sechsgang-Automatikgetriebe wechselt die Gänge geschmeidig, reagierte bei unserem Test aber interessanterweise recht träge beim Kaltstart. Gut getan hat dem Mazda 6 Kombi die völlig neue Federung, die den Fahrkomfort spürbar verbessert hat: Wo das Aushängeschild der Marke früher als Schlaglochsucher auffiel, nimmt der Japaner nun auch holprigen Buckelpisten den Schrecken.
Auch wenn es auf den ersten Blick nicht so aussieht, ist der 4,81 Meter lange Mazda 6 Kombi 6,5 Zentimeter kürzer als die Limousine der Top-Baureihe aus Hiroshima. Dennoch bietet der Kastenwagen sehr ordentliche Platzverhältnisse für die Passagiere. Lediglich der hintere Mittelsitz erweist sich als wenig langstreckentauglich, weil zu schmal und reichlich unbequem.
Obwohl die Linienführung für einen Kombi eine erstaunlich sportliche Coupé-Form aufweist, was dem eingangs erwähnten Passanten offenbar besonders gut gefiel, muss sich der Sechser aus dem Land der aufgehenden Sonne mit einem Stauraum zwischen 522 und 1.648 Litern keineswegs schämen. Besonders praktisch ist die an der Heckklappe befestigte Laderaumabdeckung. Sie schwenkt beim Öffnen der Heckklappe mit und muss nicht extra auf- oder zugeklappt werden. Zur Variabilität des Gepäckraums trägt auch die im Verhältnis 60:40 teilbare Rücksitzlehne bei. Da sich die Sitzflächen der Rückbank beim Umklappen jedoch nicht absenken, entsteht ein leicht schräger Ladeboden. Warum beim Auslösen des Klappmechanismus vom Kofferraum aus die breitere Lehne erst dann nach vorn fällt, wenn der schmalere Teil bereits flach liegt, bleibt wohl das Geheimnis der Söhne Nippons.
Weniger geheimnisvoll liest sich dagegen die lange Liste der besonders üppig ausgestatteten Top-Ausstattungslinie Sports-Line. Sie reicht von LED-Scheinwerfern mit nützlicher Fernlichtautomatik über eine Rückfahrkamera, die den Parkpiepser optisch unterstützt, bis hin zum Head-up-Display, diversen elektronischen Heinzelmännchen und dem stattlichen Soundsystem mit elf Lautsprechern. Ohne Aufpreis gibt es auch ein Navigationssystem, an dessen Kartendarstellung die Ingenieure allerdings noch arbeiten sollten.
Im Detail: Mazda 6 Kombi 2,2D Sports-LineFahrzeugsegment: Kombi der Mittelklasse; |
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Quellen
- Text: Thomas G. Zügner (Kb)