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Continental: Die Bodenständigkeit des Autos (3. Teil)
<p><strong>Der Autozulieferer bietet zur IAA im September ein ganzes Feuerwerk an technologischen Neuheiten, dabei dürfen Innovationen bei, in und auf den Reifen nicht fehlen</strong></p><p>Die „Bodenhaftung“ eines Fahrzeugs liegt in den Reifen - daran ändert auch der Hype um Digitalisierung und Vernetzung nichts. Denn die luftgefüllten Pneus sind und bleiben die effizienteste Art der Fortbewegung, da sind sich die Experten einig. So wie ein Auto auf dem schwarzen Rund aus Gummi steht, basiert auch der Aufstieg von Continental zu einem der weltweit führenden Automobilzulieferer auf dem Reifen.</p>
- Autor
- Roberto Galifi
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- 3 Minuten
- Ressort
- Sicherheit & Technik
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- 1 belegte Quelle
<p class=„text-justify“><strong>Die „Bodenhaftung“ eines Fahrzeugs liegt in den Reifen - daran ändert auch der Hype um Digitalisierung und Vernetzung nichts. Denn die luftgefüllten Pneus sind und bleiben die effizienteste Art der Fortbewegung, da sind sich die Experten einig. So wie ein Auto auf dem schwarzen Rund aus Gummi steht, basiert auch der Aufstieg von Continental zu einem der weltweit führenden Automobilzulieferer auf dem Reifen.</strong></p><p class=„text-justify“>Alle technischen Höhenflüge der Autoindustrie nützen nichts, wenn die Reifen nicht mitziehen. Das sollte kein Autofahrer vergessen: Es sind die Reifen, die den Kontakt zwischen Auto und Fahrbahn herstellen, und ihre Aufstandsfläche auf dem Boden ist gerade mal so groß wie eine Postkarte - das gilt auch bei Regen, auf Schnee und in der schärfsten Kurve. Pflegen Sie also die „Schlappen“ Ihres Autos!</p><p class=„text-justify“>Die Reifenexperten von Continental sehen die Branche vor dem Schritt, „den Reifen von seiner statischen Eigenschaft zu einer aktiven Komponente am Fahrzeug weiterzuentwickeln“. Konkret arbeiten sie an einem Prototyp, mit dem sich der Luftdruck während der Fahrt verändern lässt. Das würde nicht nur den Wartungsaufwand für Flotten minimieren, sondern auch die Möglichkeit schaffen, den Fülldruck je nach Situation zu optimieren. Auf der Autobahn könnte er gezielt erhöht werden, um den Rollwiderstand zu verringern und weniger Kraftstoff zu verbrauchen. Gleichzeitig wird die Reifenaufstandsfläche verkleinert, was bei Regen dem berüchtigten Aquaplaning vorbeugt.</p><p class=„text-justify“>Das „Conti-Adapt“ genannte System besteht im Wesentlichen aus einem Kompressor, der so kompakt ist, dass er in die Felge eines Autos passt. Dort wird er durch eine formschöne Abdeckung verdeckt und geschützt. Innerhalb von drei Minuten soll das System den Reifendruck um 0,5 bar verändern können, so Continental. In der Regel reichten aber schon wenige Zehntelbar aus, um den gewünschten Effekt zu erzielen.</p><p class=„text-justify“>In einem zweiten Projekt verleiht Continental dem Reifen sensorische Eigenschaften. Mit Conti-Sense ist es den Ingenieuren gelungen, eine elektrisch leitfähige Schicht in die Reifenstruktur einzubringen. Damit lässt sich ein Sensorsystem aufbauen, das meldet, wenn der Reifen von einem Nagel oder einem anderen spitzen Gegenstand durchstochen wurde und Luft verliert. Dabei kommt ein Sender zum Einsatz, wie er bereits vom Reifendruckkontrollsystem bekannt ist. Er informiert das Bordsystem und per App den Fahrer, wenn ein Reifen Luft verliert. Conti-Adapt sorgt währenddessen dafür, dass die nächste Werkstatt noch erreicht wird.</p><p class=„text-justify“>Conti-Sense ließe sich in einem weiteren Entwicklungsschritt auch nutzen, um die aktuelle Profiltiefe zu messen oder die Beschaffenheit der Fahrbahn zu erkunden. Letzteres könnte auch für andere Verkehrsteilnehmer interessant sein, denn Continental arbeitet mit dem „eHorizont“ daran, dass die Autos via Datenwolke Informationen austauschen, um die Sicherheit zu erhöhen. Zurück in die Gegenwart und zur ewigen Frage, woran man eigentlich erkennt, dass ein Reifen abgefahren ist. Zunächst muss man wissen: Eine geringe Profiltiefe ist durchaus gut für einen kurzen Bremsweg auf trockener Fahrbahn (weil der Reifen besser die Bremskraft auf die Straße überträgt), doch dafür wird es auf nasser Straße umso gefährlicher. Bei eigenen Tests fand Continental heraus, dass ein Pneu mit nur noch zwei Millimeter Profil bei Nässe erheblich länger bis zum Stillstand braucht als ein neuer Reifen. Der Bremsweg verlängert sich Continental zufolge im Schnitt um die Hälfte. Denn wenn der Reifen durch die geringe Profiltiefe nicht mehr ausreichend Wasser verdrängt, entsteht ein Wasserfilm zwischen Reifen und Boden. Bei zu hohem Tempo oder in einer Kurve kann das dazu führen, dass der Wagen ausbricht.</p><p class=„text-justify“><strong>Kurzum: Die Continental-Experten empfehlen, einen Sommerreifen bei drei Millimeter Profiltiefe auszutauschen und einen Winter- oder Ganzjahresreifen bei vier Millimetern.</strong></p>
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Quellen
- Foto: Continental | Text: Kristian Glaser (kb)