Zum Inhalt springen

Freitag, 21. August 2026 Unabhängig zu Unfallrecht, Gutachten und Schadenregulierung

Archiv RSS
Anmelden Anmelden

Technik 2 Min. Lesezeit

Runderneuerte LKW-Reifen: Recycling fürs Recycling

Kurz gefasst Kautschuk, der Rohstoff für Naturgummi, ist begrenzt, der Konkurrenzkampf auf dem Reifenmarkt ist hart, und Lkw-Reifen sind teuer. Daher setzen viele Fahrzeugbesitzer auf runderneuerte Pneus.
Roberto Galifi Herausgeber
Autor
Roberto Galifi
Veröffentlicht
Zuletzt geprüft
Lesezeit
2 Minuten
Ressort
Sicherheit & Technik
Quellen
1 belegte Quelle
Symbolgrafik: ein gezeichnetes Rad mit Speichen, beschriftet mit „Runderneuerte LKW-Reifen“.
Bild: Symbolgrafik · Unfallzeitung.de

Bei dieser Form der kostensparenden Wiederverwendung wird die Lauffläche des Reifens erneuert, indem die alte entfernt und eine neue auf die Karkasse aufgetragen wird. Experten gehen davon aus, dass rund 40 Prozent der Brummis auf solchen Recycling-Reifen fahren.

Nun sind Forscher am Fraunhofer-PAZ (Pilotanlagenzentrum) in Schkopau (Sachsen-Anhalt) dabei, eine neuartige und verbesserte Laufflächenmischung (Komposite) aus wiederverwerteten Stoffen, sogenannten Recyclaten, zu entwickeln: Recycling fürs Recycling. Sinn und Zweck des Forschungsprojekts „Ekorund“ ist, die natürlichen Kautschukressourcen zu schonen, Kraftstoffverbrauch sowie CO²-Emissionen zu reduzieren und die Reifen länger haltbar zu machen. Das auf zwei Jahre angelegte Projekt wird zusammen mit Industriepartnern durchgeführt und vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert.

Dabei will man so viel Kautschuk wie möglich für die Herstellung neuer Laufflächen einsparen, gleichzeitig soll der Rollwiderstand reduziert werden, was sich positiv auf Kraftstoffverbrauch und Emissionen des Fahrzeugs auswirkt. Dabei müssen die Forscher darauf achten, dass die Sicherheitseigenschaften der Reifen (Nassgriff) nicht beeinträchtigt werden.

Am PAZ wird nun an der optimalen Zusammensetzung der Kautschukmischungen für die aufbereiteten Laufflächen getüftelt. Dabei arbeiten die Forscher mit Gummimehl aus geschredderten Altreifen als Recyclat für die neue Lauffläche: Das optimale Gummimehl muss ausgewählt und der höchstmögliche Anteil von Recyclat bei der Wiederaufbereitung von Reifen ermittelt werden.

Ihrem Ziel sind die Wissenschaftler bereits ein großes Stück nähergekommen. Projektleiter Professor Dr. Mario Beiner sagte: „Es ist uns gelungen, signifikante Anteile spezieller Gummimehle einzubringen und dabei die Performance zu steigern.“ Der Rollwiderstand konnte bereits reduziert werden, ohne dass sich Nassgriff und Abrieb erkennbar veränderten.

Weitersagen

Quellen

  • Quelle: Kristian Glaser (Kb)