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Donnerstag, 20. August 2026 Unabhängig zu Unfallrecht, Gutachten und Schadenregulierung

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Technik 2 Min. Lesezeit

Oldtimer bewerten: Sachverstand schlägt Tabelle

Kurz gefasst Beim VKS durfte ich einen Vortrag zum Thema „Oldtimer” halten und dabei auch die Gründung des neuen Berufsverbandes BDOSV – Berufsverband der Oldtimer-Sachverständigen – bekannt geben.
Roberto Galifi Herausgeber
Autor
Roberto Galifi
Veröffentlicht
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2 Minuten
Ressort
Sicherheit & Technik
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Oldtimermarkt im Wandel: Warum Sachverstand wichtiger wird als Tabellenwerte

Im Mittelpunkt stand dabei eine zentrale Frage:

Wie vermeiden wir als Sachverständige die Fehler der Vergangenheit, wenn es um den Erhalt historischer Fahrzeuge geht?

Der Oldtimermarkt ist heute deutlich differenzierter als noch vor einigen Jahren. Offizielle Indizes zeigen im Durchschnitt teilweise noch stabile Entwicklungen. In der praktischen Bewertungspraxis zeigt sich jedoch ein anderes Bild: In einzelnen Segmenten, bei schwächer nachgefragten Modellen, bei problematischen Restaurierungen oder bei Fahrzeugen mit unklarer Historie sind meiner Marktbeobachtung zufolge Preisrückgänge von 35–40 % feststellbar.

Das bedeutet jedoch nicht, dass der gesamte Oldtimermarkt eingebrochen ist. Der Markt trennt heute jedoch wesentlich schärfer.

Gefragt sind Fahrzeuge mit nachvollziehbarer Historie, guter Originalsubstanz, fachgerechter Reparaturqualität und realer Nachfrage. Fahrzeuge ohne klare Dokumentation, mit überzogenen Preisvorstellungen oder mit falschen Eingriffen geraten dagegen zunehmend unter Druck.

Genau deshalb reicht es nicht mehr aus, einen Tabellenwert zu übernehmen.

Dienstleister wie Classic Data können weiterhin eine Orientierung bieten. Für erfahrene Oldtimer-Experten sind solche Dienste jedoch nicht mehr zwingend erforderlich. Relevante Markt-, Modell- und Zustandsdaten lassen sich inzwischen aus zahlreichen frei zugänglichen oder spezialisierten Quellen recherchieren.

Entscheidend ist jedoch nicht die Datensammlung, sondern die fachliche Bewertung.

Eine besondere Herausforderung ist die enorme Modellvielfalt. Seit 1900 gibt es schätzungsweise rund 250.000 Modelle, Varianten und Ausführungen. Kein Sachverständiger kann diese Vielfalt vollständig auswendig beherrschen. Umso wichtiger sind methodisches Arbeiten, Quellenprüfung, technische Erfahrung und ein geschulter Blick für Originalität und Substanz.

Hinzu kommt der Verlust vieler handwerklicher Berufe und Spezialkenntnisse. Karosseriebau, Holzaufbau, Vergasertechnik, historische Lackaufbauten, Polstertechniken und materialgerechte Reparaturen sind heute nicht mehr selbstverständlich verfügbar.

Deshalb muss der Grundsatz lauten:

„So wenig wie möglich eingreifen, aber so fachgerecht wie nötig.”

Nicht jede Restaurierung ist eine Verbesserung.
Nicht jeder Austausch ist notwendig.
Nicht jede optische Perfektion dient dem historischen Wert.

Oldtimer sind technische Zeitzeugen. Unsere Aufgabe ist es, ihre Geschichte lesbar zu erhalten, statt sie zu überschreiben.

Genau dafür braucht es fachliche Standards, Erfahrungsaustausch und eine starke Stimme für Oldtimer-Sachverständige –

dafür steht der BDOSV und der VKS e.V.

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Quellen

  • RobGal